reformierte Kirchgemeinde
Der Heilige Geist als Souffleur?

Gemeinsame Lieder, Worte, Essen, Trinken, Spiele, Lachen: Das Pfingstfest der reformierten Kirchgemeinde begeisterte Jung und Alt. Wer weiss, vielleicht spielte der Heilige Geist Souffleur?

Merken
Drucken
Teilen
reformierte Kirchgemeinde

reformierte Kirchgemeinde

Solothurner Zeitung

Fröhlich und besinnlich war die Stimmung in der Stadtkirche Solothurn am letzten Sonntag. Gegen 400 Menschen besuchten den Pfingstgottesdienst. Die reformierten Pfarrer Koen De Bruycker und Hermann Gilomen führten den Gottesdienst zusammen mit ihrem Kollegen Pfarrer Urs Rickenbacher von der evangelisch-methodistischen Kirche Solothurn durch, denn diese war dieses Jahr am Pfingstfest zu Gast.

In seiner Predigt hielt Koen De Bruycker fest, dass man durch das Bibellesen allein nicht die Liebe zu Gott, zu Jesus finden kann: «Sie ist etwas, das man nicht lernen kann, sondern geschenkt bekommt.» Ein Geschenk des Heiligen Geistes, der wie ein Souffleur weiter- hilft, wenn der Schauspieler einen Aussetzer hat - oder wenn der Pfarrer mit seinen Predigtvorbereitungen nicht weiter- kommt. «Der Heilige Geist ist aber nicht nur für Pfarrer reserviert ...», so De Bruycker.

«Heimweh-Reformierte»

Nach dem gemeinsamen Abendmahl füllten sich die beiden vor der Kirche aufgestellten Festzelte schnell. Das von der Kirchgemeinde Solothurn offerierte Mittagessen schmeckte sichtlich, Gelegenheit zum Gedankenaustausch wurde genutzt, und man freute sich, wenn man «Heimweh-Reformierte» traf, die extra wegen des Pfingstfests nach Solothurn gekommen waren.

Niemand weiss, ob an diesem Sonntag alle an einem Strick zogen, dafür sicher die Kinder mit ihren Betreuern von Plugin2, Jugendarbeit der reformierten Kirchgemeinde, am selben Sprungtuch. «Eis, zwei, drü» - und aus dem kleinen Jungen wird für Sekunden ein richtiger Himmelsstürmer, ein Mädchen macht gekonnt eine Drehung in der Luft und landet wie ein Kätzchen auf allen Vieren.

Grosses Interesse fanden auch die Holzspiele, bei denen mittels Magneten Fussball, Tennis oder ein Wikingerschach gespielt werden kann. Da war Konzentration pur gefragt. Den grossen Run gabs dann natürlich auf die Glace-Stängel. Ideale «Schleck»-Orte waren Wippe und Holzkamel, Rutschbahn und Hüttendach - auf einmal wurde es richtig still ...

Fest mit Tradition

«Die Stimmung ist gut, die Leute sind zufrieden, der Gottesdienst fand Anklang», bilanzierte Kirchgemeindepräsidentin Barbara Fankhauser das Pfingstfest, das eine über 20-jährige Tradition hat. «Die gute Ausstrahlung, das Gemeinschaftsgefühl sind wunderbar.» Dieses Fest und der Reformationssonntag sind die grossen Familiengottesdienste für die ganze Gemeinde im Kirchenjahr.

Auch Pfarrer Koen De Bruycker freute sich über das gelungene Pfingstfest: «So viele Menschen, die Gemeinschaft spüren - mir ist ganz warm ums Herz.» Er zeigte Sehnsucht nach noch mehr Gemeinschaft, wie sie zum Beispiel von den Methodisten gelebt würde. «Aber jeder auf seinem Platz. Wir können nicht jeden Sonntag einen Familiengottesdienst mit der ganzen Kirchgemeinde feiern.» Gemeinschaft übrigens, meinte er, sei eben auch ein Geschenk. (Rks)