Fünf Fälle

Der «Mohrenkopf» von Dubler ist nicht alleine: Diese Lebensmittel sorgten für hitzige Debatten

Lange vor den «Mohrenköpfen» von Dubler sorgten Lebensmittel-Skandale für Diskussionen. Egal ob Pferdefleisch-Lasagne, Ehec-Erreger auf Salatgurken oder Innereien in der Ravioli-Büchse: Schon immer waren unsere Nahrungsmittel gut für Aufsehen erregende Geschichten. Hier eine Zusammenstellung der kuriosesten Fälle.

1. Der Kampf der Lungenliga gegen die Kaugummi-Zigaretten

Als Kind haben wir sie alle geliebt. Die Kaugummi-Zigaretten liessen uns cool und erwachsen wirken. Zumindest für ein paar Minuten. Danach wurde aus den süssen Kaugummistangen ein ungeniessbarer und geschmackloser Brei. Gekauft werden die in bunten Verpackungen präsentierten Süssigkeiten trotzdem seit Jahren. Ende 2019 aber wurden die ersten kritischen Stimmen laut.

Ex-Bachelorette Zaklina Djuricic nervt sich auf Instagram über die Fake-Zigaretten aus Kaugummi.

Ex-Bachelorette Zaklina Djuricic nervt sich auf Instagram über die Fake-Zigaretten aus Kaugummi.

So präsentierte sich die Ex-Bachelorette Zaklina Djuricic in einer Instagram-Story mit einer Kau-Zigarette und den Hashtags #stoptogether und #skandal. Auch der Lungenliga sind die Süssigkeiten ein Dorn im Auge. Mediensprecherin Claudia Künzli bestätigt damals gegenüber Nau.ch, dass die Süssigkeiten der Prävention entgegenwirken. «Die Zigaretten animieren Kinder und Jugendliche zu einem falschen Verhalten und geben ihnen einen ungesunden Lifestyle mit. Sie gehören verboten.»

2. Dicke Lippen und Knochen im Haar – Gebäck im Kolonialdesign

Zur Fasnachtszeit sind die glänzenden und glasierten Schaumküsse nicht nur bei uns ein beliebter Snack zwischen all dem Umzugs-Stress. Auch in Deutschland gehen während des Karnevals tausende Stücke über die Ladentheken. In diesem Jahr sorgte aber ein spezielles Design für Aufsehen.

So präsentiert die Autorin Jasmina Kuhnke auf Twitter ein Bild von schwarzen Schaumküssen, die mit dicken Lippen, Hütchen oder sogar einem Knochen im Haar dekoriert wurden. Die Twitter-Gemeinde reagierte empört auf die fragwürdigen Erzeugnisse einer Kölner Bäckerei. «Bin langsam dafür, dass solche kolonialrassistischen Darstellungen unter (Geld-)Strafe gestellt werden», schrieb beispielsweise eine Userin. Ein anderer Nutzer wiederum wähnte sich in der falschen Zeit: «Haben wir wirklich 2020? Sieht eher nach 1885 aus.»

3. McDonald's und der Pink Slime

Ist es aus Baumwolle, Menschenfleisch oder kommt doch nur Plastik zum Einsatz? Mit den Verschwörungstheorien, die sich um das Burger-Fleisch von McDonald's ranken, könnte man fast schon Bücher füllen. Einer, der den Fastfood-Giganten bereits mehrmals öffentlich angegriffen hat, ist Starkoch Jamie Oliver. «Im Grunde essen wir ein Produkt, das in seiner Entstehung das billigste Essen für Hunde wäre, doch bekommen wir es serviert», sagte der Brite einst. 

So machte der Koch den Begriff «Pink Slime» bekannt, der für industriell hergestellte und mit Konservierungsmitteln haltbar gemachte Fleischprodukte verwendet wird. Die um die Welt gehenden Bilder des Schleims erinnern kurioserweise an den Matsch, den die Teletubbies jeweils in ihrer Küche produziert haben. Das jahrelange Engagement von Oliver zeigte nicht zuletzt dank dieser Bilder endlich Wirkung. So änderte McDonald's 2011 seinen Produktionsablauf. Seither wird auf die Verwendung des schädlichen Ammoniaks und schädlicher Ammoniumverbindungen verzichtet.

4. Die Islamisierung von Weihnachten und Ostern

In Deutschland werden alle Jahre wieder Debatten zur vermeintlichen Islamisierung von Weihnachten oder Ostern gestartet. Geklagt wird darüber, dass Weihnachtsmärkte angeblich nur noch Lichtermärkte heissen, Adventskalender als «Geschenke-Lager» bezeichnet werden oder «Zipfelmännchen» bald die Schoko-Nikolaus ersetzten sollen. So postetet die parteilose Politikerin Erika Steinbach 2018 wütend auf Twitter ihren Kassenzettel: «Bei Karstadt gibt es keine Osterhasen mehr, sondern Traditionshasen. Wer mir keinen Osterhasen mehr verkaufen will, der kann auch sonst auf mich verzichten.»

Ihre Wutrede stachelte einen besorgten Aldi-Kunden ein Jahr später dazu an, sich auf der Facebook-Seite des Unternehmens darüber aufzuregen, dass die Pflanze Christstern in «Winterstern» umbenannt wurde. Aldi konterte, dass es sich beim Winterstern um eine Abwandlung des roten Weihnachtssterns handle. Bei seiner Erklärung ging der Social-Media-Angestellte aber noch weiter: «Um die Verwechslung damit zu vermeiden, haben wir uns für den Namen ‹Winterstern› entschieden. Du darfst ihn aber auch gerne Horst nennen, wenn du dich damit besser fühlst.»

5. Pepsi, Kendall Jenner und der peinliche Clip

Eigentlich wäre es doch so einfach. Und doch machen die Demonstrierenden dieser Welt so vieles falsch. Dabei liesse sich die Polizeigewalt ziemlich schnell beenden. Das Geheimrezept, das alle Menschen dieser Welt in friedvolle Wesen verwandelt, heisst Pepsi. Das prickelnde Getränk ist die Geheimwaffe von Model Kendall Jenner. So sorgte sie 2017 in einem Werbespot beinahe für den Weltfrieden. Während einer Demonstration, die stark an ein Zusammentreffen der Black-Lives-Matter-Bewegung mit zahlreichen Polizisten erinnert, marschiert die Halbschwester von Kim Kardashian auf einen grummeligen Gesetzeshüter zu und überreicht ihm einen Molotow-Cocktail der etwas anderen Art.

Und schon kommt es, wie es in der Prinzessinenwelt der 24-Jährigen eben kommen muss: Die ganze Meute bricht in Jubelschreie aus, Polizisten grinsen erleichtert und alle haben sich lieb. Aber eben nur fast. Nach dem auf die Ausstrahlung folgenden Shitstorm zog der Getränkehersteller den Clip zurück. Dass die ganze Sache mit dem Weltfrieden ebenfalls nicht ganz geklappt hat, dürfte allen klar sein.

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