Lilly-Anne Brugger

Martin Bürgi, Kirschenproduzent aus dem Fricktal, war Anfang Juni noch positiv gestimmt. Damals nahm er an der ersten Telefonkonferenz des Jahres 2009 teil, bei der sowohl Produktionsmengen als auch Produzentenpreise ausgehandelt werden.

Damals rechnete der Schweizerische Obstverband für das Jahr 2009 noch mit einer sehr guten Kirschenernte. Der Hagelschlag Ende Mai hatte zwar den Kirschen zugesetzt, das Fricktal aber weitgehend verschont. Dementsprechend positiv war auch Martin Bürgi gestimmt. Doch schliesslich kam es ganz anders: Weil die Kunden in den letzten Wochen zu wenige Kirschen kauften, hatten die Grossverteiler während sechs Tagen einen Pflückstopp verhängt. Erst seit Donnerstag können die Kirschenproduzenten ihre kleinen Früchte wieder liefern.

So kam es, dass während der Unwetter zu Beginn der Woche noch viele reife Kirschen an den Bäumen hingen und durch den Regen aufgeplatzt sind. Viele Produzenten, darunter auch Martin Bürgi aus Magden, haben ihre reifen Tafelkirschen zwar gepflückt, konnten diese aber nur als minderwertige Brennkirschen verkaufen. Anstelle der eingeplanten 3.50 Franken pro Kilogramm erhielt Martin Bürgi nur noch 50 Rappen pro Kilogramm. «Das macht einen Verlust von rund 3500 Franken», zieht Bürgi für seinen Betrieb Bilanz.

Glück hatte, wer seine Kirschbäume mit einem Plastikdach gegen den Regen geschützt hatte. Diese Kirschen werden in den nächsten Wochen noch in die Läden kommen. Die Ernte der Kirschen, die nicht mit einem Plastikdach geschützt sind, werde im Fricktal aber diese Woche zu Ende gehen, schätzt Bürgi.