Glocken

Derzeit schweigt das Kirchgeläut

Die Bevölkerung von Kirchleerau muss für acht Wochen auf das Kirchgeläute verzichten: Während dieser Zeit wird der im Dezember bewilligte neue Glockenstuhl aus Eichenholz in den Turm eingebaut und das Geläute restauriert.

Nadia Rambaldi

Der Glockenstuhl im Turm der reformierten Kirche Kirchleerau ist bereits über 260 Jahre alt: Die Jahreszahl 1747 ist in das alte und ehrwürdige Gebälk eingraviert. «Den Balken mit der Jahreszahl wird natürlich restauriert, den behalten wir», erklärt Gérald Magnin, Präsident der Kirchenpflege.

Das übrige Holz im Glockenturm muss aber ausgewechselt werden: «Der hölzerne Glockenstuhl und der Boden sind marode und faulen», erklärt Projektleiter Herbert Schöttl von der Firma Rüetschi, Glockenguss und Kirchturmtechnik Unternehmen aus Aarau. Der Boden habe sich in den letzten Jahren zunehmend gesenkt, so dass der Glockenstuhl jeweils neu ausgerichtet werden musste. Früher oder später hätte sich dies auch auf den Klang der Glocken ausgewirkt.

120 000 Franken für Sanierung

Der Glockenstuhl wird ersetzt durch einen neuen aus Eichenholz. Letzten Dezember wurde das Sanierungsprojekt für die Glockenanlage der reformierten Kirche Kirchleerau freigegeben. 120 000 Franken wird der Ersatz des Glockenstuhls, des Holzbodens, der Glockenklöppel, der Glockenantriebe und des Läutcomputers kosten. Ausserdem werden die Treppe im Glockenturm, die Schlagwerke, und die Eichenholz-Joche restauriert. Im Zuge der Sanierung wird auch die Elektroinstallation auf den neusten Stand gebracht.

Die Hans Hunziker AG aus Moosleerau wird die Treppe im Kirchturm Kirchleerau sanieren und den Boden für den Glockenstuhl neu erstellen, die Firma Peter Bachmann AG aus Kirchleerau erstellt die genauen Auflager für den neuen Boden.

Der Bau und die Montage des neuen Glockenstuhls dauert mindestens acht Wochen: Als erster Schritt für den Umbau im Glockenturm werden die drei Glocken inklusive Joch von der Firma Rüetschi etwa fünf Meter nach oben unter das Dach des Kirchturms gehoben, damit der alte Glockenstuhl demontiert werden kann.

Die Zimmerei Brunner Kirchleerau baut den neuen Glockenstuhl aus fünfjährigem Eichenholz. Der Glockenstuhl wird zuerst einmal im Unternehmen probeweise auf- und wieder abgebaut, um ihn Anfang Juni Balken für Balken im Glockenturm zu montieren. Nach der Montage werden die Glocken wieder gesenkt.

«Keine alltägliche Sache»

«Es war uns wichtig, einheimische Handwerker für die Arbeiten zu engagieren», betont Kirchenpflege-Präsident und Auftraggeber Gérald Magnin. Für die Zimmerei Brunner aus Kirchleerau ist es der erste Glockenstuhl, den sie baut. «Es ist schon eine besondere Herausforderung, etwas so altes zu restaurieren. Für uns Zimmermänner keine alltägliche Sache« gesteht Markus Brunner.

Die Glocken mit Jahrgang 1859 werden in diesem Jahr 150-Jährig. Am 23. August soll das Sanierungsprojekt mit einem Glocken-Jubiläumsfest abgeschlossen werden. Spätestens dann werden die drei Glocken wieder erklingen, verspricht Gérald Magnin.

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