Wiese

Die Kirche braucht Geld

Attraktiv: Das 1300 Quadratmeter grosse Grundstück liegt im Herzen Unterengstringens. (zim)

Wiese

Attraktiv: Das 1300 Quadratmeter grosse Grundstück liegt im Herzen Unterengstringens. (zim)

Rund 1,45 Millionen Franken soll der Verkauf der Wiese hinter dem Pfarrhaus in Unterengstringen einbringen. Wegen schwindender Mitgliederzahlen habe man keine Verwendung mehr dafür, sagt die reformierte Kirchenpflege Weiningen.

Sandro Zimmerli

«Wir haben intensiv diskutiert und sind zum Schluss gekommen, dass wir nur wenige Möglichkeiten haben, unsere Fremdverschuldung zu reduzieren», sagt Barbara Haller, Präsidentin der Reformierten Kirchgemeinde Weiningen. Diese Verbindlichkeiten belaufen sich derzeit auf 3,5 Millionen Franken. Um einen Teil dieser Schulden abzutragen will die Kirchgemeinde - sie umfasst die Gemeinden Unterengstringen, Weiningen, Geroldswil und Oetwil - die rund 1300 Quadratmeter grosse Wiese hinter dem Unterengstringer Pfarrhaus verkaufen. Gemäss einer Schätzung der Zürcher Kantonalbank liegt der Wert des Grundstückes bei 1,45 Millionen Franken.

«Da es sich um ein zentral gelegenes Landstück in der Bauzone handelt, sind wir zuversichtlich, rasch einen Käufer zu finden», hält Haller fest. Allerdings bedarf es für den Verkauf noch die Zustimmung der Stimmberechtigten an der Kirchgemeindeversammlung vom 25. November. Diskussionen dürften dort vorprogrammiert sein. Denn schon im Juni, als die Kirchenpflege ihre Idee ein erstes Mal anlässlich einer Gemeindeversammlung publik machte, entbrannte eine Auseinandersetzung zwischen Befürwortern und Gegnern des Landverkaufes. Es wurde argumentiert, man soll ein solch gut gelegenes Stück Land nicht voreilig aus den Händen geben.

Sinkende Steuereinnahmen

Die Kirchenpflege stellt sich dagegen auf den Standpunkt, dass man angesichts der schwindenden Mitgliederzahlen gar keine Verwendung mehr für das 1971 erworbene Grundstück habe. «Derzeit sieht es nicht nach einer Trendwende aus. Es werden immer weniger Mitglieder», erklärt Haller. Die vorhandenen Räumlichkeiten der Kirchen würden deshalb ausreichen, um alle Bedürfnisse abzudecken.

Eng verknüpft mit dem Mitgliederschwund ist ein anderes Problem, das den Landverkauf aus Sicht der Kirchenpflege unumgänglich macht. «Mit den Mitgliederzahlen werden auch die Steuereinnahmen sinken», so Haller. Dies verschärfe die finanzielle Lage zusätzlich. Allerdings sei auch klar, sagt Haller, dass mit dem Geld aus dem Landverkauf nicht alle Schulden getilgt werden können. «Wir müssen deshalb künftig noch sorgfältiger budgetieren. Auch für uns gilt es zu sparen.»

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