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Die «Marseillaise» auf Ägyptisch – oder wenn sich Präsident Hollande an der Fasnacht wähnt

In Frankreich wird das Spiel der ägyptischen Militärkapelle als «Massaker» an der Marseillaise bezeichnet.

In Frankreich wird das Spiel der ägyptischen Militärkapelle als «Massaker» an der Marseillaise bezeichnet.

Ausländische Staatsgäste mir der heimischen Nationalhymne zu begrüssen, ist ein gängiger Akt der Ehrerweisung. Beim Staatsbesuch von Frankreichs Präsident François Hollande in Ägypten geht dies aber mächtig in die Hose: Was die Militärkapelle spielt, hat nur noch wenig mit der «Marseillaise» zu tun.

Es gehört zu Besuchen von ausländischen Staatoberhäuptern dazu wie der Handshake vor den Pressefotografen: Das Vortragen der Nationalhymne des Gastlandes.

Bei seinem jüngsten Staatsbesuch in Ägypten wurde der französische Präsident François Hollande dieses Woche mit dem Akt der Ehrerweisung begrüsst. Was die Militärkapelle aber vortrug, erinnerte mehr an die Fasnachts-Musik einer betrunkenen Amateur-Guggenmusig als an die feierliche Aufführung einer Nationalhymne. Kaum ein Ton passte auf den anderen – ein regelrechter Ohren-Graus!

Der französische Präsident bewahrt aber Haltung und verzieht keine Miene, während er neben dem ägyptischen Staatsoberhaupt Abdel Fattah al-Sisi steht.

Frankreichs Präsident Hollande bewahrt beim Staatsbesuch in Ägypten Haltung.

Gute Miene zum bösen Spiel.

Frankreichs Präsident Hollande bewahrt beim Staatsbesuch in Ägypten Haltung.

Es scheint tatsächlich so, als hätten die Franzosen die «Contenance» erfunden, heisste es doch schon im «Knigge»: 

«Was die Franzosen Contenance nennen, Haltung und Harmonie im äußern Betragen, Gleichmütigkeit, Vermeidung alles Ungestüms, aller leidenschaftlichen Ausbrüche und Übereilungen, dessen sollte sich vorzüglich ein Mensch von lebhaftem Temperamente befleißigen.» (edi)

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