Nadine Böni

Viele Schülerinnen und Schüler beenden im Fricktal in diesen Wochen die obligatorische Schule. An den vier grossen Schulen im Fricktal wissen die meisten Schüler, wie es nachher weitergeht.

Bezirksschule Rheinfelden

Die Bezirksschule Rheinfelden hat in diesem Jahr 85 Abgänger. 84 von ihnen haben am letzten Donnerstag ihr Diplom und das Abschlusszeugnis erhalten. Ein Schüler wird das 4. Schuljahr wiederholen. Mit insgesamt 45 Schülerinnen und Schülern besucht ein Grossteil der Bezirksschulabgänger ab Sommer das Gymnasium. 15 weitere haben sich an der Fachmaturitätsschule eingeschrieben.

Damit gehen rund 70 Prozent aller Rheinfelder Bezirksschulabgänger ab dem Sommer an eine weiterführende Schule. Ein Schüler wird zudem das 10. Schuljahr absolvieren. Eine Lehre beginnen 23 Schülerinnen und Schüler. Insgesamt 11 von ihnen werden während der Lehre die Berufsmatur (BMS) machen.

Diese Zahlen sind laut Beat Glünkin, Standortleiter der Bezirksschule Rheinfelden, normal: «Wir haben - was den Besuch von weiterführenden Schulen betrifft - immer einen höheren Schnitt als sonst im Aargau. Dies wegen der Nähe zu den Schulen in Basel und Basel-Land.»

Er sei sehr froh, dass alle etwas gefunden hätten, sagt Glünkin, denn: «Wir merken schon, dass es schwieriger wird. Die Schüler müssen mehr für eine Lehrstelle tun. Mehr Bewerbungen, mehr schnuppern, einfach mehr Anstrengung.»

Beat Glünkin erwartet, dass es in den nächsten Jahren noch schwieriger wird. «Es beunruhigt einen schon, wenn man liest, wie viele Stellen überall abgebaut werden.» Er befürchtet, dass im nächsten oder übernächsten Jahr Schüler auf eine weiterführende Schule ausweichen müssen, weil sie keine Lehrstelle finden.

«Es gibt natürlich jetzt schon vereinzelt Schüler, die nicht wissen, was sie wollen, und dann einfach eine Schule besuchen. Das hat es aber schon immer gegeben und wird es auch immer geben», erklärt Glünkin. «Ich kann mir aber gut vorstellen, dass es in Zukunft Schüler gibt, die an eine weiterführende Schule müssen, damit sie überhaupt etwas haben.»

Bezirksschule Frick

Die Bezirksschule Frick verabschiedet sich in diesem Jahr von 91 Schulabgängern. 49 von ihnen werden ab dem Sommer eine weiterführende Schule besuchen, 35 mit einer Lehre beginnen. Drei Schüler müssen die 4. Bez. wiederholen. Ob sie dazu zugelassen werden, muss die Schulpflege noch entscheiden.

Zwei Schulabgänger haben sich für einen einjährigen Sprachaufenthalt im Ausland entschlossen, zwei werden das 10. Schuljahr der kantonalen Schule für Berufsbildung besuchen. Einer von ihnen tut das notgedrungen, weil er keine Lehrstelle gefunden hat.

Bezirksschule Laufenburg

Die Bezirksschule Laufenburg hat in diesem Jahr 29 Schulabgänger. Von ihnen haben alle den Abschluss geschafft. 13 beginnen im Sommer eine Lehre, zehn mit BMS. Ein Schulabgänger wird ein Jahr im Ausland verbringen. Alle anderen haben sich an weiterführenden Schulen wie dem Gymnasium, der FMS und der WMS eingeschrieben.

Dass alle Schulabgänger der Bezirksschule Laufenburg etwas gefunden haben, überrascht Anton Herzog, Stufenleiter der Bez, nicht. Das sei eigentlich normal, erklärt er. «Natürlich gibt es immer jene Schüler, die sich unter- oder überschätzen. Aber wir halten sie dazu an, rechtzeitig Berufsalternativen zu suchen.»

Herzog glaubt nicht, dass Schüler Schwierigkeiten gehabt haben bei der Stellensuche: «Alle hatten relativ früh etwas.» Ob es in Zukunft schwieriger werde, könne er nicht sagen. Aber: «Es wird wohl gesamthaft weniger Stellen geben, auf allen Sektoren. Die Bezirksschulabgänger kriegen dabei nicht mehr Konkurrenz an Bewerbern. Es wird für die Bewerber einfach weniger Jobs geben.»

Sekundarschule Laufenburg

Die 11 Schüler der 4. Sekundar Laufenburg haben alle eine Anschlusslösung gefunden. 8 von ihnen beginnen im Sommer eine Lehre, eine Schülerin besucht die FMS, ein Schulabgänger verreist für einen Auslandaufenthalt. Eine Schülerin besucht zudem das 10. Schuljahr. «Sie hat keine Lehrstelle gefunden. Allerdings hat sie auch nicht intensiv gesucht», sagt Schulleiter Rainer Baldinger.

Er sei froh, dass in diesem Jahr alle Schulabgänger eine Lösung gefunden haben. «Zum Teil ist es schon etwas schwieriger geworden», erklärt er. Baldinger hofft, dass die Lehrbetriebe in Zeiten der Revision nicht bei den Lehrstellen zu sparen beginnen, denn: «In Zukunft werden die ausgebildeten Leute wieder gebraucht.»