Katja Schlegel

Andreas Koller versteht die Welt nicht mehr: «Wir finden einfach keinen Lehrling», sagt der Sägerei-Inhaber und Lehrlingsobmann enttäuscht. «Und das, obwohl man jeden Tag hört und liest, es fehle an Lehrstellen.»

Schnupperstifte hat Koller einige gehabt; aber in den meisten Fällen reiche der Intellekt nicht aus. «Bei uns zählt nicht nur handwerkliches Geschick; ein Säger muss auch rechnen und schreiben können und über ein gutes Allgemeinwissen verfügen.» Das fehle heute den meisten Schulabgängern. «Man ist viel zu lieb mit ihnen.»

Koller ist mit seinem Problem nicht allein; die Sägerei-Lehrlinge fehlen schweizweit. Das Problem: «Unser Beruf ist einfach zu unbekannt», vermutet Koller. Der Berufsverband habe darum nichts unversucht gelassen; Berufsberater und Lehrer angeschrieben und Betriebsführungen organisiert. «Die Rückmeldungen waren aber sehr mies», sagt Koller. Er ist frustriert: «Diese Geringschätzung unseres Berufes schmerzt.» Dabei müsse man noch nicht einmal Angst davor haben, irgendwann seinen Job zu verlieren. «Holz braucht es immer - also wird es auch immer Säger brauchen.»