Grenchen
Endlich kommt der «Knochen»

Lange Zeit war es still um den geplanten Langkreisel beim Autobahnanschluss Grenchen. Jetzt steht der Baubeginn fest. Die Arbeiten dauern bis Oktober 2010.

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Grenchen, Kreisel, Autobahnausfahrt, Knochen

Grenchen, Kreisel, Autobahnausfahrt, Knochen

Zur Verfügung gestellt

Anfangs August ist es endlich soweit. Die Umgestaltung des Autobahnanschlusses Grenchen wird in Angriff genommen. Dann wird ein jahrelanges Geknatsche um den gefährlichen Anschluss ein Ende finden. Die Arbeiten werden aber viel Zeit in Anspruch nehmen. Der Langkreisel in der Form eines Knoches wird erst im Oktober 2010 dem Verkehr übergeben werden können.

Grund für diese lange Bauzeit ist die Aufschüttung eines Dammes. «Die aufgeschüttete Erde muss sich im Winter setzen, damit der Damm stabil wird», erklärt Esther Widmer, Medienbeauftragte beim Bundesamt für Strassen (Astra). Nicht mehr der Kanton sondern der Bund ist seit kurzem zuständig für die Autobahnbauten. Federführend für die Region ist die Zweigstelle des Astra in Zofingen.

Sechs Millionen werden investiert

Rund 6 Millionen Franken muss der Bund für die Umgestaltung des Anschlusses Grenchen in die Finger nehmen. Diese wurde nötig, weil der Anschluss für Linksabbieger gefährlich ist, zudem erhofft man sich eine Verminderung der Rückstaus bei den Abfahrten. Nicht selten stehen die Fahrzeuge bis auf die Fahrbahn der Autobahn. Etliche Grenchner nehmen deshalb die Abfahrt Lengnau.

Die Hauptarbeiten beginnen im Frühling 2010. Dann werden auch die Benutzer des Autobahnanschlusses Grenchen etwas von den Arbeiten spüren - in Form von teilweisen oder ganzen Sperrungen des Anschlusses. Die Sperrungen sollen wenn möglich auch in die Sommerferienzeit zu liegen kommen. Geduld wird also gefragt sein, bis im Oktober 2010 die Arbeiten abgeschlossen und der Grenchner Anschluss umgestaltet sein wird.

Astra zahlt nichts für Kreiselschmuck

Der Langkreisel besteht aus zwei Dreiviertelkreiseln, was schnell die Frage nach dem Kreiselschmuck aufkommen lässt. Der Anschluss liegt im Autobahnperimeter. Reklame als Kreiselschmuck ist auf der Nationalstrasse verboten.

Möglich wäre aber beispielsweise ein künstlerisches Werk. «Wir haben grundsätzlich nichts gegen Kreiselschmuck», erklärt Esther Widmer, «nur will das Astra den Schmuck nicht finanzieren.» Geplant sei noch nichts, aber es werden bereits Gespräche mit Interessenten geführt. «Spruchreif ist noch nichts.»

Anzahl Unfälle nimmt wieder zu

Eröffnet wurde die Autobahn A5 im April 2002. Bis zum Frühling 2005 zählte Grenchen im Bereich der Autobahneinfahrt mehrere schwere Unfälle, drei davon mit Schwerverletzten. Als Sofortmassnahmen für eine Entschärfung der Situation wurden Spiegel und Schilder, die auf den gefährlichen Autobahnanschluss hinweisen, aufgestellt.

Im Jahr 2006 zählte die Stadtpolizei Grenchen acht Unfälle, 2007 fünf, im letzten Jahr 2008 wieder 15 Unfälle, wie Robert Gerber, Kommandant der Stadtpolizei weiss.

Mit den Sofortmassnahmen war auch klar, dass die Gefährlichkeit des Anschlusses kein Hirngespinst sondern vom damals für die Autobahn verantwortlichen Kanton anerkannt wurde. Eine Umgestaltung des Anschlusses verzögerte sich aber wegen der Umlagerung der Verantwortlichkeit vom Kanton auf den Bund.