Was im Bel Paese niemand je essen würde, machte ein Grieche in Kanada zum Inbegriff italienischer Fastfood-Kultur: Die «Pizza Hawaii». Doch nun ist Sam Panopoulos, der als Erfinder der Pizza mit Dosen-Ananas gilt, gestorben.

Er sei bereits am Donnerstag im Alter von 83 Jahren verstorben, berichteten kanadische Medien am Wochenende unter Berufung auf eine Todesanzeige. Eine Mitarbeiterin des Restaurants, das Panopoulos im Ort Chatham führte, bestätigte den Tod des Gründers.

Panopoulos war einst von Griechenland nach Kanada ausgewandert. In Chatham bei Toronto in der Provinz Ontario eröffnete er gemeinsam mit seinen Brüdern ein Restaurant, und hatte – angeblich – 1962 die Idee, Dosen-Ananas auf eine Pizza zu legen. «Wir haben sie einfach draufgelegt, zum Spass, um zu sehen, wie das schmeckt», sagte er vor einigen Monaten dem Sender BBC.

Anfangsschwierigkeiten

Zum Zeitpunkt seiner Pizza-Kreation führte Sam Panopoulos zusammen mit seinen Brüdern Elias und Nikitas bereits eine erfolgreiche Restaurantkette. Zuerst habe niemand die neue Pizza gemocht, erinnerte sich Panopoulos einmal in einem Interview mit dem öffentlich-rechtlichen Sender CBC. «Aber dann wurden alle verrückt danach, denn damals mischte niemand Süss und Sauer.»

Doch ausser in Italien verbreitete sich die Kreation rasch über die ganze Welt. Am beliebtesten ist sie laut Wikipedia in Australien, wo sie heute einen Anteil am Pizza-Markt von 15 Prozent hat. Heute werden auf eine «Pizza Hawaii» meist Tomatensauce, Schinken, Ananas und Käse gelegt. Nur eben, in Italien selbst hat die Kreation bislang kaum Anhänger gefunden. Ausser natürlich bei Touristen, die «Pizza Hawaii» inzwischen auch im Bel Paese bestellen.

Kanadische Adelung

Prominente Unterstützung – ja fast schon die Aufnahme ins Kulturgut des Einwandererlandes Kanada – hat die «Pizza Hawaii» unlängst allerdings vom kanadischen Premierminister Justin Trudeau erfahren: «Ich stehe hinter dieser köstlichen Erfindung aus dem Südwesten Ontarios», sagte er in einem Interview. (sda/nch)