Düsseldorf

«Es hat mir den Magen umgedreht» – so erlebten Passagiere den Air-Berlin-Abschiedsstunt

Der A330 von Air Berlin setzt zur Ehrenrunde in Düsseldorf an.

Der A330 von Air Berlin setzt zur Ehrenrunde in Düsseldorf an.

Mit einem spektakulären Durchstartmanöver zelebrierte ein Pilot von Air Berlin den letzten Langstreckenflug der insolventen Airline. Dies sorgt für Diskussionen. Und dem Piloten drohen nun Konsequenzen.

«Wir sagen heute nicht auf Wiedersehen, sondern tschüss». Mit diesen Worten verabschiedete sich der A330-Pilot der insolventen Air Berlin kurz vor den Landung in Düsseldorf. Dann setzte er zu einem regelrechten Abschiedsstunt an. Der Kapitän zog die Maschine nach links hoch und brauste im Tiefflug über das Flughafen-Terminal. Die Bilder der spektakulären Ehrenrunde gehen um die Welt. 

Der letzte Air Berlin-Langstreckenflug sagt «Good bye» in Düsseldorf.

Der letzte Air Berlin-Langstreckenflug sagt «Good bye» in Düsseldorf.

Die Passagiere erlebten die Showeinlage ganz unterschiedlich. «Mir hat sich der Magen um­ge­dreht, als der Pilot plötzlich mitten in der Landung wieder hochzog. Das hat sich nicht gut angefühlt, ein bisschen wie auf einer Achterbahn – aber unsicherer», sagte Daniel Demir zu Bild

Die Crew hatte das Manöver offenbar zehn Minuten vor der Landung angekündigt. Bei manchen Aviatik-Fans in der Kabine schlug das Herz während des Manövers höher. «Dau­men hoch! Viel­leicht, weil ich selbst Ul­tra­leicht­flug­zeu­ge steue­re – aber ich habe mich über das Ma­nö­ver ge­freut. Viele fanden es cool», so Passagier Oli­ver Hank­o­fer.

Auch die Mitarbeiter im Kontrollturm waren über die «filmreife Towerumrundung» aus dem Häuschen. «Der ist zu hoch», witzelten sie. Und jubelten dem Airbus zu, als er zur Linkskurve ansetzte, wie auf einem Facebook-Video zu sehen ist. 

Dem Piloten dürfte die Freude an seinem aufsehenerregenden Flugmanöver mittlerweile jedoch vergangen sein: Gemäss verschiedenen Medienberichten wurde er von Air Berlin suspendiert. Die Besatzung sei derzeit nicht im Flugdienst, teilte die insolvente deutsche Fluggesellschaft am Mittwoch mit. Dies sei ein «normaler Prozess» bei der Untersuchung derartiger Vorfälle. 

Das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) erklärte am Dienstag, Air Berlin sei um ein Stellungnahme zu dem Manöver der A330 gebeten worden. Eine Antwort steht laut LBA derzeit noch aus. 

(watson/amü/sam)

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