Fahrende machen keine Probleme

In Allschwil campieren weniger Fahrende als früher. Trotz Ausdehnung der Personenfreizügigkeit auf Rumänien wird sich dies nicht ändern.

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Birgit Günter

Das Areal Wegmatten beim Bachgraben in Allschwil wird nicht zu einer Wiese, auf der sich Fahrende temporär einrichten. Dies erklärt der Gemeinderat in seiner Antwort auf eine Interpellation von SVP-Einwohnerrat Werner Schwarz. Dieser hatte sich gefragt, ob die Wiese nun zu einem Treffpunkt für Fahrende würde, nachdem die Personenfreizügigkeit auf Rumänien und Bulgarien ausgeweitet worden ist. «Es war vor allem die Befürchtung, dass Frankreich mehr Druck auf die eigenen Fahrenden machen würde und diese dann in die benachbarte Schweiz ausweichen würden», nennt Schwarz den Grund für seinen politischen Vorstoss.

Klare Spielregeln

Die Benützung des Standplatzes beim Schützenhaus Mühlerain ist bewilligungs- und kostenpflichtig. Die Kosten sind in der Gebührenverordnung geregelt. Allfällige Beschädigungen oder Abfallsäcke ohne Vignette werden den Fahrenden in Rechnung gestellt. Die Familien müssen bei der Ankunft ein Kostendepot von 500 Franken leisten. Die Aufenthaltsdauer ist nicht explizit festgelegt. (bz)

Das Campieren auf der Allmend ist «in jedem Fall bewilligungspflichtig», betont nun aber der Gemeinderat. Und: Eine entsprechende Bewilligung erteilt die Gemeinde sowieso nur für den Parkplatz beim Schützenhaus Mühlerain. Es sei darum nicht damit zu rechnen, dass sich Fahrende auf der Wegmatte niederlassen wollten. Käme dies trotzdem vor, würde die Gemeindepolizei die Fahrenden wegweisen.

Nur Schweizer willkommen

Dazu kommt, dass dieser Standplatz ausschliesslich an Fahrende aus der Schweiz vermietet wird. Der Verband der Basellandschaftlichen Gemeinden hat im Jahr 2005 auf einen entsprechenden Bericht des Bundesrates hin sich klar dafür ausgesprochen, dass für die ausländischen Fahrenden andere Lösungen zu suchen seien.

Kaum Reklamationen

Der Gemeinderat weist weiter darauf hin, dass es mit den Fahrenden auf dem Mühlerain-Areal keine Probleme gebe. Dies bestätigt Gemeindepolizist Thomas Gerber. Nur vereinzelt gäbe es Reklamationen, und dabei handle es sich stets um Kleinigkeiten. «Etwa darum, dass ein Hund in der Schutzzeit des Wildes nicht angebunden ist.» Die eingereichten Reklamationen seien denn auch häufig eher rassistisch motiviert, teilt der Gemeinderat mit.

Insgesamt campieren in Allschwil tendenziell weniger Fahrende als früher, heisst es bei der Gemeindepolizei. Im laufenden Jahr sind bisher erst drei Mal Fahrende vorbeigekommen. Im letzten Jahr waren es sechs gewesen. Die Fahrenden-Familien bleiben unterschiedlich lang, doch in der Regel dauere ihr Aufenthalt zwischen einer und vier Wochen, so Gerber.