Gesellschaft

FKK ist laut deutschem Experten nicht mehr im Trend

Obwohl hüllenlos kein Trend mehr zu sein scheint, gibt es sie noch: Naturisten in Paris. (Archivbild)

Obwohl hüllenlos kein Trend mehr zu sein scheint, gibt es sie noch: Naturisten in Paris. (Archivbild)

Fallende Hüllen bei steigenden Temperaturen? Das stimmt offenbar nur bedingt, denn nach Expertenmeinung droht FKK an Bedeutung zu verlieren.

"FKK ist überhaupt kein Trend mehr", sagt der Leipziger Sexualforscher Kurt Starke. "Die Geschichte der Freikörperkultur ist in eine neue Etappe eingetreten." Die Kennzeichen dieser Etappe seien "Unwesentlichkeit" und ein neues "Nacktheitstabu".

"FKK ist irgendwie altmodisch und zugleich deliberalisiert", sagt der Forscher. In einem der grössten und beliebtesten FKK-Paradiese im Osten Deutschlands, in Prerow/Darss, sei FKK reduziert auf einen kurzen Strandabschnitt und kombiniert mit dem Hundestrand.

Sogar der Deutsche Verband für Freikörperkultur (DFK), der in diesem Jahr 70-jährig wird und nach Verbandsangaben mehr als 30'000 Naturisten und Naturistinnen vertritt, stellt fest: "Naturismus hat sicherlich nicht mehr den gleichen Stellenwert wie vor einigen Jahrzehnten, was mit der gesellschaftlichen Entwicklung als Solche zusammenhängen könnte."

Doch der neue DFK-Vorsitzende Wilfried Blaschke hat Hoffnung: Zwar werde die FKK-Bewegung auf dem Land "alt und immer älter". Aber: "Wir haben ein Gefälle zwischen Stadt und Land, und in der Stadt ist es deutlich wieder am Steigen. Die Stadt ist liberaler geworden, das Land ist da, wo es immer war", sagt Blaschke. "Die Leuten, die sich dazu wieder hingezogen fühlen, sind junge Familien."

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