Auenschutzpark Rupperswil

Flussaue Rupperswil wird Politikum

Will konkrete Zusagen: Grossrat Sämi Richer hält wenig von den Versprechen des Kantons. (AZ-Archiv/to)

Sämi Richner

Will konkrete Zusagen: Grossrat Sämi Richer hält wenig von den Versprechen des Kantons. (AZ-Archiv/to)

Zwei Aargauer Grossräte haben ihre Einsprache zurückgezogen, ein weiterer bleibt hart. Der Auensteiner Sämi Richner will zum Projekt der geplanten dynamischen Flussaue in Rupperswil vom Kanton nicht nur Versprechungen, sondern verbindliche Zusagen.

Toni Widmer

«Wir vertrauen den Versprechungen des Kantons und ziehen unsere Einsprache zurück», erklären die Auensteiner Grossräte Beat Flach (GLP) und Rainer Klöti (FDP). «Ich halte so lange an meiner Einsprache fest, bis der Kanton verbindliche Zusagen macht», erklärt hingegen Sämi Richner, EVP-Grossrat aus dem gleichen Dorf. Und wenn es ihm all jene gleichtun, die den Text der gemeinsamen Einsprache übernommen haben, dann hat der Regierungsrat nach den Ferien über ein ansehnliches Bündel Einsprachen zum Bauprojekt der dynamischen Flussaue in Rupperswil zu befinden.

Verbesserungen gefordert

Das Projekt an sich wird auch von Sämi Richner nicht bestritten. Er und rund sechs Dutzend weitere Opponenten verlangen jedoch verschiedene Verbesserungen und Ergänzungen. Das grösste Anliegen betrifft die Erschliessung. Nicht nur Richner und weitere Einsprechende setzen Fragezeichen hinter die Erschliessung des Gebietes, sondern auch der Gemeinderat Auenstein. Argumentiert wird damit, dass die Besucherführung über die Auensteiner Aareinsel geleitet wird. Somit müssten Fussgänger und Radfahrer bei einem Rundgang die schmalen Brücken benützen, welche sehr gefährlich seien.

Weiter verlangt Richner einen Ausbau der Kantonsstrasse in Richtung Rohr. Vor allem auch im Hinblick auf den Besuch des Auenschutzparkes durch Schulklassen genüge diese den Anforderungen an eine kantonale Radroute nicht. Ein drittes Anliegen ist die Überprüfung der Alarmierung für Leute, welche sich künftig im alten Aarelauf und im neuen Seitenarm aufhalten, für Besucher im Auenschutzpark. Richner sieht wegen des Stauwehrs des Kraftwerks Rupperswil-Auenstein etwelche Gefahren durch die neue Situation. Besucher müssten gewarnt werden können, wenn sich der Wasserstand rasch ändere.

Das Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) hat sich in den bisherigen Verhandlungen allen Anliegen gegenüber keineswegs stur gezeigt, wie Grossrat Beat Flach erklärt: «Meiner Ansicht nach hat das BVU die Problemstellungen erkannt und ist uns in gewissen Punkten, wie beispielsweise der Schaffung von Feuerstellen, entgegengekommen. In anderen Punkten hat das BVU Lösungen in Aussicht gestellt.» Das betreffe, sagt Flach weiter, insbesondere die Verkehrserschliessung: «Weil die Brücken nicht dem Kanton gehören, sondern dem Kraftwerk, will das BVU diese zusammen mit der laufenden Neukonzessionierung prüfen. Das ist nachvollziehbar.» Er vertraue denn auch darauf, dass der Regierungsrat keine leeren Versprechungen mache.

Verbindliche Zusagen erwartet

Sämi Richner vertraut nicht, er will die Anliegen der Einsprechenden in einer verbindlichen Agenda durchsetzen. Am Herzen liegt ihm besonders die Ergänzung der Brücken mit Fussgänger- und Radfahrerstegen sowie der Ausbau der Strasse in Richtung Rohr. «Als weiter oben Kies abgebaut wurde, verlangte der Kanton dort einen Ausbau. Jetzt, wo er noch grössere Mengen Material abtransportiert, soll das nicht nötig sein.»

Damit, dass der Kanton einlenkt und in Bezug auf die Forderungen der Einsprecher verbindliche Zusagen macht, ist aber wohl kaum zu rechnen. Zu komplex ist die Materie und wohl zu konkret sind die Forderungen. Laut der AZ vorliegenden Informationen aus den Einspracheverhandlungen sind für das BVU zwar Verbesserungen für den Langsamverkehr sowie eine Sanierung der Rohrerstrasse kein Tabu, doch will man das nicht mit dem Auenschutzpark verknüpfen. Das mit der Begründung, dass in Rupperswil kein Touristenmagnet gebaut werden solle, sondern ein der Verbesserung der Artenvielfalt dienender Auenschutzpark.

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