Was die Berühmtheiten in Hollywood tun, das können die Spiegelschafe im Berner Tierpark Dählhölzli schon lange. Ihr persönlicher Haarstylist kommt nämlich zu ihnen auf Besuch.

Dieser, in Person von Schafscherer Urs Christen, macht aber kurzen Prozess mit den wolligen Vierbeinern. Ruckzuck liegt das Schaf auf dem Rücken. «Von seiner Natur her würde das Schaf schon wegspringen», sagt Christen, «aber so wie ich es hinsetze, kann es sich nicht wehren.»

Keine Frisur, dafür geschminkt

Rund fünf Minuten hat der Schärer an einem Schaf. Er beginnt am Bauch, wo die Qualität der Wolle am schlechtesten ist. Der Rasierer ist messerscharf, sodass Urs Christen achtgeben muss, dass Tier nicht zu verletzen. Man müsse die Hautfalten immer gut spannen, damit man nicht hineinschneide. «Es gibt es schon zwischendurch, dass wir mal ein Tier leicht verletzen.»

Schaf 2

Die Frisur ist stets die gleiche: Kahl. Dafür sind die Berner Spiegelschafe geschminkt: Die Rasse hat neben ihrer weissen Wollfarbe eine charakteristische Kopfzeichnung mit schwarze Augenflecken, schwarze Ohrspitzen und schwarze Nüstern. Wegen der Augenflecken nennt man die Schafe in ihrer ursprünglichen Heiamt Prättigau und Bündnerland auf «Brillni». 

Heilende Wirkung

Bis zu 2 Kilogramm Wolle gibt ein ausgewachsenes Schaf. Scherer Urs Christen bedauert, dass diese in der Schweiz keinen hohen Stellenwert mehr geniesst. Für Schafsbesitzer sei das Scheren nur noch ein «Muss».

Er hofft aber auf ein Comeback: «Merinowolle ist die Feinste. Aber Schafswolle hat auch eine heilende Wirkung.» Dies sei dem Sekret Lanolin geschuldet. Dieses Wollwachs stammt aus den Talgdrüsen des Schafes. 

Schaf 1

Übrigens: Die Lämmer wurden vom Coiffeurgang verschont. Schafe haben erst mit 12 Monaten so viel Wolle, dass man mit dem Rasierer nachhelfen muss.

Sehen Sie die ganze Sendung: Immer donnerstags um 18.30 Uhr auf Tele M1

Tierisch auf Tele M1 BIG - Schaf-Rasur