Strohhaus

Gemeinderat bremst Dorfmuseum

Die Erneuerung der Ausstellung im Kölliker Strohhaus Dorfmuseum steht auf der Kippe. Per Ende des Jahres treten neben dem Präsidenten gleich drei weitere Kommissionsmitglieder zurück, nachdem das Gespräch zwischen Gemeinderat und Kommission bezüglich Erneuerung der Ausstellung offenbar falsch gelaufen ist.

Bernhard Schindler

Im Jahresbericht 2009 informiert Präsident Kurt Widmer-Heuberger neben viel Erfreulichem auch über eine Auseinandersetzung zwischen Kommission und Gemeinderat, die jetzt zur Demission von vier der sieben Kommissionsmitglieder geführt hat. Zunächst hatten Gemeinderat und Kommission bezüglich Erneuerung des Gesamtkonzepts des Museums zum 25-Jahr-Jubiläum 2010 zusammen- gearbeitet. Im Mai wurde ein Grobkonzept für die Erneuerung der Ausstellung abgegeben.

Der in vier Phasen eingeteilte Zeitplan sah vor, den Betrieb des neu gestalteten Museums ab August 2010 aufzunehmen. Die Museumskommission genehmigte das Grobkonzept und reichte es dem Gemeinderat mit der Bitte ein, die im Budget berücksichtigte Projektphase (bis September 2009) freizugeben und den entsprechenden Betrag von 210 000 Franken der Budgetgemeindeversammlung am 27. November zu unterbreiten. Der Gemeinderat, der noch letzten Mai bestätigt hatte, das Vorhaben zu unterstützen, sah damals vor, den Verein Freunde des Dorfmuseums sowie die Ortsbürgerkommission anzufragen, ob sie Beiträge an das Projekt leisten würden. Danach werde der Gemeinderat darüber entscheiden, ob das Projekt der Gmeind vorgelegt werde.

Wie Präsident Kurt Widmer im Jahresbericht schreibt, konnten «die offenen Fragen alle geklärt werden». Doch dann musste die Museumskommission dem Mitteilungsblatt der Gemeinde ohne Gespräch oder sachgerechte Orientierung entnehmen, dass das Traktandum an der Gmeind nicht berücksichtigt werde. «Mit dem nicht nachvollziehbaren Vorgehen beim Projekt Neugestaltung der Ausstellung hat der Gemeinderat die Grundlage für eine weitere erfolgreiche Zusammenarbeit infrage gestellt», sagt Kurt Widmer.

Besichtigung stand noch aus

Gemeindeammann Roland Brauen erklärte auf Anfrage: «Um zu sehen, was mit dem stattlichen Kreditbetrag realisiert wird, wollte der Gemeinderat auch ein neu gestaltetes Museum besichtigen. Im Zeitpunkt der Verabschiedung der Gemeindeversammlungsvorlage stand die Besichtigung noch aus. Weiter waren gewisse konzeptionelle Fragen bezüglich Finanzierung/Sponsoring noch Gegenstand von Beratungen. So fiel innerhalb des Gemeinderates einvernehmlich der Entscheid, zuerst die offenen Punkte anzugehen und dann die Vorlage der Gemeindeversammlung zu unterbreiten.»

Nicht richtig informiert

Kurt Widmer erwidert, man hätte ja miteinander reden können. Aber «es haben keine Gespräche über einen anderen Zeitplan der Ausstellungserneuerung stattgefunden, sonst wäre für uns eine einvernehmliche Lösung möglich gewesen».

Roland Brauen gibt zu, dass die Kommission offenbar zu spät oder gar nicht vorinformiert worden sei: «Die Information floss, aber nicht in der vorgesehenen Weise. Der Gemeinderat gab sich bereits Ende August 2009 Rechenschaft, dass es für dieses Traktandum zeitlich wohl nicht reicht. Vorgesehen war, dass diese Information durch den Gemeinderat an die Kommission überbracht wird. Erfahren hat es die Kommission jedoch aus dem gemeinderätlichen Mitteilungsblatt. In diesem Punkt kann ich die Verstimmung der Kommission verstehen und möchte mich dafür entschuldigen.» Zu den Rücktritten meint Brauen: «Der Gemeinderat bedauert die Demissionen. Die Museumskommission hat gute Arbeit geleistet. Die Rücktritte sind Entscheide der betroffenen Personen.»

Zeitplan weiterhin möglich

Zum weiteren Vorgehen erklärt Brauen: «Das Projekt könnte, bei gutem Willen der Beteiligten auch unter dem neuen Zeitplan 2010 realisiert werden. Das Museum würde so, wie ursprünglich vorgesehen, 2011 in neuem Ausstellungsglanz erstrahlen. Der Gemeinderat wünscht sich, dass der Verpflichtungskredit an der kommenden Gemeindeversammlung vorgelegt werden kann. Dazu braucht er Personen in der Museumskommission, die dieses Ziel mittragen und unterstützen.»

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