Peter Siegrist

Das schöne Herbstwetter hat direkte Auswirkungen auf die aktuellen Arbeiten der Landwirte. «Ein Herbst kann zwar kaum zu trocken sein», sagt Landwirt Peter Lüscher aus Holziken. Er betreibt auf seinem Hof Mutterkuhhaltung und Ackerbau. Für die Kartoffeln und Randen habe es keine Probleme gegeben, sagt Lüscher, die Ernte sei umso sauberer möglich gewesen.

«Ist es trocken, gibt es weniger Verdichtungen im Boden, weniger verschmutzte Strassen.» Viele Landwirte hätten sich entschieden, die Zuckerrüben früher zu ernten, erklärt Lüscher, nicht weil es dringend sei, sondern weil es leichter gehe. «Ja, und wenn das Wetter nachher kippt, ist es dann vielleicht bald einmal zu nass.»

Futter für die Kühe liefern die Wiesen genügend. Der starke Tau am Morgen lasse das Gras noch wachsen. «Für mich und meinen Betrieb hat der warme und trockene Herbst eher Vorteile. Für die Aussaat des Winterweizens erhofft sich Lüscher auch Niederschläge. «Sonst keimen die Körner nicht.»

Die Sicht der Gemüsebauern

Hanspeter Stalder bewirtschaftet mit seiner Familie und fünf Angestellten in Staffelbach einen Gemüsebaubetrieb mit IP-Label. Auf rund 17,5 Hektaren pflanzen Stalders verschiedene Gemüsesorten an. Ihre Produkte verkaufen sie einem Grossverteiler. Zusätzlich führen sie auf dem Hof einen Direktverkauf. Gegenwärtig wachsen auf Stalders Kulturen zum Beispiel Kopfsalat, Zuckerhut, Kohl, Lauch und Fenchel. «Ich hätte jetzt gern etwas Regen», sagt Hanspeter Stalder, «und dafür im Oktober während der Ernte nochmals trocken.»

Bewässern Ende September

Stalder hat in dieser Woche nochmals seine Felder bewässert. «Der Zuckerhut ist noch nicht erntereif, und der Tau am Morgen reicht nicht aus.» Ebenso hat er ein Feld mit Kopfsalat bewässert. Das sei zwar aussergewöhnlich in dieser Jahreszeit, erklärt Stalder, aber grosse Mengen seien auch nicht mehr nötig. Stalder pumpt das Wasser aus der Suhre und verteilt es in fest eingebauten Leitungen zu seinen Feldern. Dafür hat er vom Kanton Aargau eine Bewilligung gelöst. Mit seinem Handy kann der Gemüsebauer seine elektrischen Pumpen programmieren. Per SMS auf sein Mobiltelefon meldet ihm die Anlage, wenn eine Pumpe, wie zuvor programmiert, abstellt. «Einmal wässern wird diese Woche reichen», sagt Stalder, «heute habe ich während anderthalb Stunden rund 15 Liter Wasser pro Quadratmeter ausgebracht.» Jetzt, wo die Sonne nicht mehr so kräftig brennt wie im Sommer, hat er tagsüber gewässert. Im Sommer laufen Stalders Pumpen, wenn überhaupt nötig, jeweils in der Nacht oder am frühen Morgen.

Im Gegensatz zum eher feuchtwarmen Sommerwetter, hat Stalder in den trockenen Herbsttagen viel weniger mit Krankheiten und Schädlingen am Gemüse zu tun. «So hat das relativ trockene Wetter auch ganz klar Vorteile für uns.»

Max Hauri aus Staffelbach führt einen Biobetrieb mit Milchwirtschaft. Zusätzlich sät er im Herbst Spinat an. Das trockene und warme Wetter sei aussergewöhnlich. Er habe festgestellt, dass sein Spinat nicht mehr schnell genug wachse.

«Der Schein trügt», sagt Hauri, «der Boden fühlt sich zwar noch relativ feucht an, aber Morgentau und Nebel bringen dem Spinat nicht genügend Feuchtigkeit für ein konstantes Wachstum.» Auch Max Hauri hat deshalb diese Woche einmal mit Wasser aus der Suhre nachgeholfen. «Im Übrigen ist das warme Wetter natürlich gut, ich hatte dieses Jahr im Ackerbau recht gute Erträge», sagt Hauri.