Rund 300 Einsatzkräfte waren im Einsatz, wie der Vize-Landrat von Potsdam-Mittelmark, Christian Stein, sagte.

Insgesamt seien 540 Menschen aus Frohnsdorf, Klausdorf und Tiefenbrunnen in Sicherheit gebracht worden. Die Betroffenen seien per Lautsprecherdurchsagen zum Verlassen ihrer Häuser aufgefordert worden. Ein Grossteil komme bei Bekannten unter, ausserdem stehe die Stadthalle der nahe gelegenen Kleinstadt Treuenbrietzen für die Nacht zur Verfügung.

Kilometerlange Feuerfronten

Das Feuer sei nach ersten Erkenntnissen an mehreren Stellen ausgebrochen und habe dann insgesamt rund 300 Hektar Wald erfasst, sagte Stein. "Wir versuchen, das Feuer zum Stehen zu bekommen." Die grösste Stelle, die brennt, ist nach Angaben der Einsatzkräfte einen Kilometer breit und drei Kilometer lang. Daneben stünden weitere Stellen in Flammen, sagte ein Sprecher der brandenburgischen Polizeidirektion West.

Das auf 300 Hektar Grösse geschätzte Feuer sei teilweise nur 100 Meter von Orten entfernt, hiess bei der Polizei. Die Menschen, die ihre Häuser deshalb verlassen mussten, sollten nur das Wichtigste mitnehmen wie Papiere oder Medikamente, hiess von der Gefahrenabwehrbehörde der Stadt Treuenbrietzen.

An Krieg erinnert

Anwohner in der Gegend wurden ausserdem gebeten, Fenster und Türen wegen der Rauchentwicklung geschlossen zu halten. Die Rauchsäule sei zehn Kilometer weit zu sehen, sagte der Sprecher.

"Sowas haben wir noch nicht einmal im Krieg erlebt", sagte die 76 Jahre alte Anita Biedermann, als sie ihr Haus in Frohnsdorf mit einer kleinen Tasche verliess. Medikamente, Ausweise und eine Jacke - das müsse genügen, sagte die Rentnerin. Angst habe sie nicht. "Es sind ja so viele tolle Männer hier", sagte Biedermann mit Blick auf die Feuerwehrleute und Kräfte vom Technischen Hilfswerk. Die Nacht wolle sie jetzt in der Stadthalle von Treuenbrietzen verbringen.

Boden mit Munition belastet

Der Brand hatte sich von einer Fläche von zunächst fünf Hektar am Nachmittag rasend schnell ausgebreitet. Weil der Boden mit Munition belastet ist, sind die Löscharbeiten besonders schwierig. Die Feuerwehr war mit 600 Einsatzkräften vor Ort, auch Löschhelikopter und Wasserwerfer wurden eingesetzt.

Auch im Berliner Stadtgebiet schickte die Feuerwehr am Abend eine Warnung vor den Auswirkungen des Waldbrandes heraus: Im Südosten der Hauptstadt - zunächst vor allem in Treptow, Köpenick und Müggelheim - war demnach Rauch in der Luft. "Ebenso ist auftretender Ascheregen möglich."