«Nach einem recht sonnigen und im Vergleich zu den Vortagen deutlich milderem 1. Mai gestaltet sich die zweite Wochenhälfte wieder deutlich wechselhafter», teilt Meteonews mit. Am Samstag gelange markant kältere Luft polaren Ursprungs zur Alpennordseite. Die Folgen: Die Schneefallgrenze sinkt auf 700 Meter, die Temperaturen verharren im einstelligen Bereich. Die kälteste Luft ist aber für den Sonntagmorgen prognostiziert, zu dieser Zeit sind nasse Flocken bis in tiefe Lagen denkbar. Tagsüber steigt die Schneefallgrenze leicht an, für die Jahreszeit bleibe es aber deutlich zu kalt.

Sollten die Wolken in der Nacht zum Montag früh auflockern, drohe am Montagmorgen Bodenfrost. Das könnte nicht nur dem einen oder anderen Bauern zum Verhängnis werden, sondern auch den Autofahrern. Die Versicherung AXA warnt in einer Medienmitteilung: «Am Wochenende soll es nochmals bis in tiefe Lagen schneien, vermehrte Unfälle sind vorprogrammiert.»

In einem Interview erklärt der Experte Thomas Lang, wie es in solchen Fällen mit der Haftung bei einem Unfall aussieht. Dabei gelten Sommerpneus bei winterlichen Verhältnissen nicht zwingend als grobfahrlässig: «Ausschlaggebend ist vielmehr das Fahrverhalten. Egal, ob man Sommer- oder Winterpneus montiert hat: Wichtig ist stets, die Fahrweise den herrschenden Verhältnissen und der Ausrüstung des Fahrzeugs anzupassen.»

Konkret bedeute das, dass man mit Sommerreifen besonders vorsichtig unterwegs sein müsse, langsam fahren, vorsichtig bremsen, und genügend Abstand einhalten müsse. «Bei geplanten Fahrten über verschneite Pässe sollte hingegen auch die Ausrüstung des Autos stimmen», so Lang weiter.

Die AXA hält auch Tipps für das Fahren auf vereisten Strassen parat:

  • Beim Fahren
    Gerade auf rutschigen Strassen sollten Sie mit einem  «weichen» Fahrstil unterwegs sein. Fahren Sie gefühlvoll an: Lassen Sie die Kupplung langsam kommen, geben Sie vorsichtig Gas und achten Sie darauf, dass die Räder nicht durchdrehen.
  • Bei manueller Schaltung
    Benutzen Sie zum Anfahren gleich den zweiten Gang, um ein Durchdrehen der Räder zu verhindern. Schalten Sie möglichst früh in einen höheren Gang. Fahren Sie den Wagen bei Schnee lieber untertourig. Denn auch im zweiten oder dritten Gang neigen die Räder bei einer höheren Umdrehungszahl eher zum Durchdrehen.
  • Beim Bremsen
    Im Winter wie im Sommer gilt bei allen modernen Fahrzeugen mit ABS: im Notfall immer so schnell und hart wie möglich auf das Bremspedal treten. Das Antiblockiersystem entfaltet nur dann seine volle Wirkung, wenn das Pedal maximal gedrückt und auch gehalten wird. Denken Sie daran, dass der Bremsweg auf schneebedeckter oder vereister Strasse ungleich länger ist als normal: Halten Sie deshalb einen rund dreimal so grossen Sicherheitsabstand zum voranfahrenden Fahrzeug wie unter normalen Witterungsbedingungen. Fahren Sie vorausschauend, insbesondere wenn Sie sich Kreuzungen nähern. Diese Stellen sind wegen der Vielzahl an Bremsvorgängen oftmals besonders glatt.
  • Beim Überholen
    Überholen Sie wenn möglich nicht. Falls es doch nötig ist, ist besondere Vorsicht angebracht, denn beim Spurwechsel neigt das Auto besonders leicht zum Ausbrechen. Einerseits, weil die Räder die Haftung in der Fahrspur verlieren, andererseits, weil sich zwischen den Fahrspuren häufiger kleine Schneehaufen bilden, die das Fahrzeug ebenfalls den Halt verlieren lassen.
  • Bei der Routenwahl
    Meiden Sie wenn möglich Routen mit Bergpassagen. Lassen Sie besondere Vorsicht walten an Orten, die feucht, schattig oder ungeschützt dem kalten Wind ausgesetzt sind. Hier bildet sich im Winter bei entsprechenden Temperaturen besonders leicht Glatteis. Zu diesen besonders gefährdeten Orten zählen etwa Brücken, schattige Waldstücke oder Strassen, die entlang von Gewässern führen.
  • Beim Anhalten
    Das Halten an einer Steigung sollten Sie möglichst vermeiden, weil das Anfahren dort besonders schwierig ist.

(kob)