Angela Magdici

Heirat hinter Gittern: Ex-Gefängnisaufseherin gibt Hassan Kiko das Ja-Wort in Lenzburg

Hochzeit im Knast

Hochzeit im Knast

Das berüchtigte Ausbrecherpaar Angela Magdici und Hassan Kiko gibt sich in der JVA Lenzburg das Ja-Wort. Trauzeugen sind dabei ihre Anwälte.

Die ehemalige Gefängnisaufseherin Angela Magdici und Hassan Kiko, mit dem sie im Februar 2016 geflüchtet war, haben in der Justizvollzugsanstalt Lenzburg standesamtlich geheiratet. Trauzeugen waren ihr Anwalt und Valentin Landmann, der sich sogar einen Witz auf Kosten des Ehepaars erlaubte.

"Die ehemalige Gefängnisaufseherin heisst jetzt Frau Kiko", sagte der Verteidiger des verurteilten Syrers, Valentin Landmann, am Montag in verschiedenen Medien. Die Zeremonie habe im Anwaltsbesuchszimmer der Strafanstalt Lenzburg stattgefunden und sei in einer sehr angenehmen Stimmung über die Bühne gegangen.

"Es war eine Liebesheirat", sagte Landmann. Aus einer romantischen Geschichte unter sehr widrigen Umständen habe sich eine wirkliche Liebe entwickelt. Er wie auch Magdicis Anwalt Urs Huber waren noch nie als Trauzeugen für Mandanten im Einsatz. Landmann sagte: "Es war eine Premiere. Eine sehr erfreuliche."

Bilder des Fernsehsenders "Tele M1" zeigen die strahlende 33-jährige Magdici mit einem Blumenstrauss vor dem Lenzburger Gefängnis. Sie war ganz alleine vor dem Gefängnis vorgefahren. Familienangehörige durften bei der Trauung nicht zugegen sein. Trotzdem: "Die Stimmung war hervorragend", sagte Landmann.

Ring am falschen Finger

Huber berichtet von der Zeremonie, Magdici und Kiko hätten die Ringe erst an den falschen Fingern getragen. Sie hätten sie dann abgezogen und an die richtigen Finger gesteckt. Und Landmann brachte die kleine Gesellschaft sogar zum Lachen: "Ich habe Angela gesagt, du bist jetzt eine Ehefrau, die in nächster Zeit immer weiss, wo der Mann ist."

Hier versteckte sich das Flüchtlingsduo

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Die italienische Polizei veröffentlichte Fotos, die das Haus zeigen, in dem sich Angela Magdici und Hassan Kiko versteckt hatten.

Vier Jahre Knast

Die Aufseherin hatte den Häftling im Februar 2016 aus dem Gefängnis Limmattal im Kanton Zürich befreit und war mit ihm nach Italien geflohen. Ein paar Monate später wurde das Paar dort gefasst.

Der 28-jährige Syrer war im Dezember 2016 vom Obergericht in zweiter Instanz wegen Vergewaltigung einer 15-Jährigen zu einer vierjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Dazu könnten weitere sechs Monate kommen. Denn im Mai verurteilte das Bezirksgericht Dietikon den Syrer zusätzlich wegen Anstiftung zu Entweichenlassen von Gefangenen.

Die Ex-Gefängnisaufseherin stand wegen der Flucht bereits im Januar vor dem Zürcher Bezirksgericht. Die 33-Jährige wurde zu einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten bedingt verurteilt. Beide hatten immer wieder betont, dass sie so bald als möglich heiraten wollten. (sda/mwa)

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