Katharina Arni-Howald

«Der von der Stadt zugesprochene und auf drei Jahre verteilte Betrag von 50 000 Franken hat uns sehr gefreut», sagt Dieter Bedenig, der im letzten Sommer das Präsidium des für das Steinmuseum zuständigen Trägervereins «Solothurner Steinfreunde» übernommen hat. Die Stadt beweise damit, dass sie auch in schwierigen Zeiten gewillt sei, die Kultur zu unterstützen. Die 50 000 Franken will der Verein vollumfänglich dafür verwenden, das Museum während des Sommerhalbjahres auch von Dienstag bis Samstag von 14 bis 17 Uhr offen zu halten. Um dies zu gewährleisten, werden sechs Aufsichtspersonen in Teilzeit arbeiten.

Infrastruktur ist auch ein Thema

Bis im vergangenen Juli war das Museum lediglich am Sonntagnachmittag geöffnet. Von August bis Oktober stand es versuchsweise auch am Samstag offen. Allein in diesen drei Monaten besuchten 1500 Personen die im Kreuzgang des ehemaligen Jesuitenkollegiums untergebrachte Ausstellung. «Dies hat uns gezeigt, dass eine Erhöhung der Öffnungszeiten gerechtfertigt ist», so Bedenig. Eine Öffnung im Winter ist für den Verein allerdings nach wie vor kein Thema: «Das Museum kann im Winter nicht geheizt werden, und die Touristen besuchen die Stadt ohnehin nur im Sommer.» Nachdem die Öffnungszeiten sichergestellt sind, wollen die Steinfreunde ihre Aufmerksamkeit nun dem Museum selbst zuwenden. Vor allem geht es darum, die neuesten technologischen Errungenschaften zu nutzen und die Attraktivität des Museums mit einer modernen Infrastruktur zu erhöhen.

«Wir rechnen mit Investitionen im Betrag von 231 600 Franken», sagt Dieter Bedenig. Eine stolze Summe angesichts der Tatsache, dass das Vereinsvermögen Ende 2007 nur noch 11 100 Franken betrug und die Mitgliederzahl von einst 250 auf 110 gesunken ist. Schuld daran waren Veränderungen im Vorstand und eine Dachlawine, die 1994 die Museums-Infrastruktur massiv beschädigte. «2006 kam der Museumsbetrieb total zum Erliegen», so Bedenig.

Lotteriefonds und Feldbrunnen

Um die nötigen Mittel zu beschaffen, hat der neue Vereinspräsident bereits mit verschiedenen Sponsoren und Stiftungen Kontakt aufgenommen. 115 600 Franken möchte Bedenig dem Lotteriefonds entlocken. Einen Betrag von 10 000 Franken mündlich zugesichert hat bereits die Gemeinde Feldbrunnen.

Das Solothurner Steinmuseum - übrigens das Einzige dieser Art in der Schweiz - weist eine Sammlung wichtiger Exponate aus Solothurner Stein auf, ergänzt durch eine Präsentation von Steinberufen. Wie aus dem von Bedenig erarbeiteten Museumskonzept ersichtlich ist, sollen diese zwei Schwerpunkte in Zukunft durch weitere Themen rund um den Stein ergänzt werden. Im Vordergrund steht zurzeit jedoch die Einrichtung eines Empfangsbüros und die Installation eines Flachbildschirms im Vorraum des Museums. Auf diesem sollen die Besucher künftig begrüsst werden. Weitere, in der Ausstellung verteilte Bildschirme in Form von Touchscreens sollen wichtige Informationen über das Museum und die Bedeutung des Solothurner Steins sowie dessen Bearbeitung vermitteln.
Am Ende des Kreuzganges ist hinter einer Milchglastür ein Museumskino geplant. Weiter träumt Bedenig von einer Café-Bar im Museumshof, die im Gegensatz zum Strassencafé ein Ort der Stille sein soll, wo man ungestört eine Zeitung lesen kann.