Fabian Hägler

Sven Bradke, Pressesprecher von Aldi, freut sich: «Wir sind froh, dass die Baubewilligung erteilt wurde und hoffen, dass dieser Entscheid positiv aufgenommen wird.» Zuerst werde das Unternehmen nun die 30-tägige Beschwerdefrist abwarten. «Wenn die Baubewilligung definitiv ist, werden wir die Detailplanung vorantreiben, die Arbeiten vergeben und dann mit dem Bau beginnen», blickt Bradke voraus. Einen genauen Termin für den Baustart kann er noch nicht nennen - «wir wollen allerdings vorwärts machen.» Vom Moment, an dem die Bagger auffahren, bis zur Eröffnung werde die Bauzeit ungefähr sechs Monate dauern, erläutert Bradke.

Erschliessung von zwei Seiten

Seit Juli lag das Baugesuch in Villmergen auf, nach fünf Monaten wurde nun die Baubewilligung erteilt. «Es gab mehrere Einsprachen von Anwohnern , die zusätzlichen Verkehr fürchteten», sagt der Villmerger Bauverwalter André Zehnder. Um diese Bedenken auszuräumen, wurden mehrere Verkehrsgutachten angefordert. Das aktuellste davon, das vom Büro Metron in Brugg stammt, rechnet für die neue Aldi-Filiale mit 1600 Autofahrten täglich.

«Bei früheren Gutachten wurde die Erschliessung nur von einer Seite her, über Villmergerstrasse-Industriestrasse in Wohlen, berücksichtigt», erläutert Zehnder. Neu werde von Metron auch die zweite Zufahrt via Anglikerstrasse und Industriestrasse in die Berechnungen mit einbezogen. «Dabei zeigt sich, dass die bestehenden Strassen und Kreuzungen den zusätzlichen Aldi-Verkehr aufnehmen können», betont der Villmerger Bauverwalter.

Sämtliche Einsprecher hätten ihre Begehren inzwischen zurückgezogen, sagt Zehnder. «Ich rechne deshalb nicht damit, dass gegen die Baubewilligung noch Beschwerden beim Regierungsrat erhoben werden», meint er. Aldi Suisse habe sich auch bereiterklärt, bei allfälligen Ausbauten der Zufahrten einen Teil der Kosten zu übernehmen.

Kanton überprüft Villmergerstrasse

Auch die Gemeinde Wohlen war bei den Gesprächen mit Aldi dabei. Bauverwalter Marcel Wegmann sagt, kurzfristig mache die neue Filiale keine baulichen Massnahmen auf der Villmerger-strasse notwendig. «Der Kanton überprüft aber zusammen mit uns die Kapazität der ganzen Strecke von der Bullenbergkreuzung bis zur SBB-Unterführung», sagt Wegmann. Möglicherweise würden längerfristig gewisse Abzweigungen umgebaut, blickt er voraus.

Aldi sieht sich als Nahversorger

Wegmann sieht auch keine Gefahr einer Verkehrslawine durch die bewilligte Aldi-Filiale. «Früher war Aldi nur an wenigen Standorten vertreten, die Leute kamen mit dem Auto von weither, um dort einzukaufen», sagt er.

Heute habe sich dies geändert, mit mehr als 100 Filialen sei das Netz des Discounters in der Schweiz dicht. «Aldi versteht sich selber als Nahversorger, und es ist nur logisch, dass Kunden aus Anglikon oder Niederwil weiterhin im Aldi im Litzibuech einkaufen werden», hält Wegmann fest.

Verkehrsberuhigung wird diskutiert

Trotzdem gibt es aus seiner Sicht zwei kritische Punkte beim geplanten Aldi im Gebiet Trifoore. «Die Zufahrt erfolgt von einer Seite entlang eines Wohngebiets, von der anderen Seite quert sie den Radweg von Villmergen her», sagt Wegmann. Derzeit ziehe die Gemeinde Wohlen eine Verkehrsberuhigung auf der Industriestrasse in Betracht. «Wir führen zu diesem Thema auch Gespräche mit Aldi über eine mögliche Beteiligung», erläutert der Bauverwalter. Konkrete Massnahmen seien aber noch nicht spruchreif, und auch zu den Kosten möchte sich Wegmann nicht äussern.