Minarettverbot

Jugendrat Wohlen diskutiert über Minarette

Jugendrat: Bereits an der ersten Sitzung kamen brisante Themen zur Sprache. (fh)

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Jugendrat: Bereits an der ersten Sitzung kamen brisante Themen zur Sprache. (fh)

19 Wohler Jugendliche im Alter zwischen 14 bis 16 Jahren bilden seit gestern den neuen Jugendrat. Sie wollen ihre Meinung äussern, Anliegen der Jugend beim Gemeinderat einbringen und sich auch mit lokalpolitischen Fragen auseinandersetzen.

Fabian Hägler

«Wir wollen einen Jugendrat» stand auf dem Plakat, das Mergim Gutaj vor gut einem Jahr dem Wohler Einwohnerratspräsidenten übergab. Dies war das Ergebnis der 5. Jugendsession, die der 16-jährige Kosovo-Albaner zuvor als Präsident geleitet hatte. Nun wird der Wunsch der Jugendlichen umgesetzt, und Gutaj ist wieder dabei.

Gestern wurde der Wohler Jugendrat vorgestellt und hielt zugleich seine erste Sitzung ab. Vier Jugendliche und Projektleiter Benjamin Amberg vom Verein für Jugend und Freizeit haben seit Januar daran gearbeitet, die Idee eines Jugendrats umzusetzen.

Einstieg in die Politik fördern

«Wir wollen den Jugendlichen, die noch nicht stimmberechtigt sind, eine Plattform bieten für den Einstieg in die Politik», erklärt Amberg die Zielsetzung. Der Wohler Jugendrat soll sich zu Themen aus der Lokalpolitik äussern, eigene Vorschläge zuhanden des Gemeinderats erarbeiten, heisse politische Fragen diskutieren und dazu Stellung nehmen, sagt der Projektleiter.

An der ersten Sitzung, die gestern Nachmittag stattfand, wurden gleich mehrere dieser Punkte umgesetzt. Vor den eigentlichen Diskussionen, die in lockerer Atmosphäre in den Räumen der Wohler Jugendarbeit stattfanden, wurden die Ämter besetzt. «Wir brauchen einen Präsidenten, ein Co-Präsidium, einen Kassier und einen Protokollführer», zählt Amberg auf.

Minarette und ein autonomer Raum

Thematisch beschäftigte sich der Jugendrat mit einer Stellungnahme zum Ausgang der Minarett-Initiative. «Dazu wollen wir eine Meinung erarbeiten und danach vielleicht auch veröffentlichen», sagt Jugendratsmitglied Renato Häner. Diskutiert wurde ausserdem der Vorschlag, dass es für die Jugendlichen in Wohlen einen autonomen Raum geben sollte. «Später möchten wir auch jene Themen besprechen, die an der Jugendsession nicht berücksichtigt wurden», erläutert Amberg.

Jugendrat in stiller Wahl besetzt

Die momentan 19 Mitglieder des Jugendrats kommen aus den 3. und 4. Oberstufenklassen der Schulzentren Halde, Bünzmatt und Junkholz. «Wir gingen in die Klassen, alle Interessierten konnten sich anmelden, und dann wollten wir eigentlich Wahlen durchführen», blickt Amberg zurück.

Zielsetzung waren 20 Mitglieder im Jugendrat und eine ausgewogene Verteilung nach Alter, Geschlecht und Schulhaus. «Durch die Anmeldungen hat sich eine 19er-Gruppe ergeben, die Wahlen waren nicht nötig», erklärt er.

Mergim Gutaj ist zufrieden. «Ich interessiere mich sehr für Politik und diskutiere gerne mit Gleichaltrigen», sagt er. Vielleicht könne der Jugendrat einen Beitrag zur Integration von Ausländern leisten «und Wohlen für die Jugend attraktiver machen», hofft er.

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