Solothurn

Kastanienbrater bleiben auf ihrer Ware sitzen

Vereinsamt: Der Andrang am Marronistand des «Cheschtelemuni» hält sich in Grenzen. MAB

Marroni

Vereinsamt: Der Andrang am Marronistand des «Cheschtelemuni» hält sich in Grenzen. MAB

Eigentlich wäre jetzt die Zeit der Marroniverkäufer. Das warme Wetter und die Ferienzeit machen ihnen aber einen Strich durch die Rechnung. Gutscheine für Marroni laufen aber gut.

Mirjam Arnold

Man habe bis jetzt nur etwa die Hälfte der letztjährigen Menge verkauft, erklärt Yvonne Strazzini, die beim «Cheschtelemuni» Marroni brät. «Es ist viel zu warm für Marroni, optimal wären bis etwa 15 Grad», erklärt sie und rührt mit der Holzkelle in einer Ladung Marroni. Dass die Früchte ausschliesslich in der kühlen und kälteren Jahreszeit verzehrt werden, habe nicht unbedingt etwas mit deren Saison zu tun. «Die Leute können sich an den heissen Schalen die Finger wärmen.» Dies ist im Moment nicht nötig, werden doch die Temperaturen in den nächsten Tagen kaum merklich sinken. Hinzu komme, dass viele Leute ihr Geld bedächtiger ausgeben.

Rückgang durch Rindenkrebs

Ausserdem geht auch die Menge der angebotenen Kastanien zurück. Kastanienrindenkrebs sei schon seit Jahren ein Problem. «Befallene Bäume sehen aus wie verbrannt oder als ob ein Blitz eingeschlagen hätte», sagt die Marronibraterin. Man pflanze zwar neue Bäume, doch dauere es etwa 15 Jahre, bis die Früchte reif für den Verkauf seien. Nebst dem Kastanienrindenkrebs ist auch die Trockenheit ein Grund für den Rückgang der Kastanien. «Ist es nicht feucht genug, sind auch die Kastanien zu trocken», erklärt Strazzini.

Gutscheine sind ein Renner

So schlecht die Lage sei: Es werde wohl kein Dauerzustand bleiben. Zudem habe man noch andere Marroniprodukte im Angebot. «Was sehr gut läuft, sind Geschenkgutscheine beispielsweise für ‹Chlousesäckli›», sagt Strazzini. Verkaufsschlager seien Kastanienhonig und Marronicreme. Letztere sei nicht nur ausgezeichnet als Dessert, sondern passe auch hervorragend zu Wildspezialitäten. Allerdings stockt der Absatz von Rehschnitzeln und Gemspfeffer ebenfalls. Yvonne Strazzini: «Es ist halt einfach noch zu warm.»

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