Es handelt sich dabei um einen urigen Brauch, der, einst in der Versenkung verschwunden, vor einigen Jahren wieder zum Leben erweckt worden ist: das Katzenwiegen.

Immer am 1. Advent wird in dem Ortsteil der Gemeinde Dorfchemnitz im deutschen Erzgebirge der schwarze Kater Nero gewogen. Zum dritten Mal ist Maschinenbauingenieur Jens Lommatzsch der Organisator des Anlasses, der dieses Jahr laut der «Sächsischen Zeitung» rund 300 Zuschauer angelockt hat.

Satte 40 Prozent

Lommatzsch konnte Erfreuliches verkünden. Nach dem Wägen auf der historischen Waage war klar: Kater Nero hat verglichen mit seinem Sommergewicht rund 1,85 Kilo zugenommen. 6470 Gramm schwer ist er. Das sind satte 40 Prozent mehr.

Neros Winterspeck ist für die Voigtsdorfer die Wetterprognose für den kommenden Winter. Denn wenn die Katze viel frisst, dann muss es ja kalt werden. 

Und: Normalerweise nehme der Kater «nur» 25 Prozent zu – es könnte also sogar weisse Weihnachten geben. Zumindest im Erzgebirge.

Peta kritisiert «menschliche Vergnügungssucht»

Laut der Regionalzeitung «Freie Presse» hat die vorweihnachtliche Aktion mittlerweile die Tierschutzorganisation «Peta» auf den Plan gerufen. 

«Wir sind bestürzt», zitiert die Zeitung Dörte Röhl, Tierärztin und Fachreferentin bei Peta. die «Volksbelustigung» bedeute für das Tier grossen Stress. «Wir fordern ein Ende dieser überflüssigen Veranstaltung.»

Katzenwäger Jens Lommatzsch, der auch der Besitzer von Kater Nero ist, widerspricht: «Die Katze liegt während des Wiegens gemütlich auf ihrem Lieblingshandtuch, von Stress keine Spur.» (smo)