Kinderspital schreibt rote Zahlen

Obwohl das UKBB seinen Ertrag im letzten Jahr steigern konnte, schliesst die Jahresrechnung mit einem Minus von 2,5 Millionen Franken ab.

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bz Basellandschaftliche Zeitung

Esther Jundt

Das Universitäts-Kinderspital beider Basel (UKBB) ist im letzten Jahr in die roten Zahlen gerutscht. Zwar wurden ambulant und stationär mehr Kinder betreut als in den Vorjahren, woraus auch eine Ertragssteigerung von 2,1 Millionen Franken resultiert. Gleichzeitig ist aber der Aufwand für die Personalkosten um 3,7 Millionen gestiegen. Mehr Geld musste das UKBB auch für den medizinischen Bedarf ausgeben. Daraus resultiert ein negatives Betriebsergebnis von 2,5 Millionen Franken.

Finanzchef Lukas Erb sagte gestern, es hätten 0,6 Millionen Franken aus den Reserven der früheren Jahre aufgelöst werden müssen. Das Unternehmen habe bereits im letzten Jahr Einsparungen von rund 0,85 Millionen Franken vorgenommen. Mehr Personal könne nicht eingespart werden, weil bereits Kapazitäten für den geplanten Umzug bereitgestellt werden müssen.

Fragen zu Fallkostenpauschalen

Spitaldirektor Conrad E. Müller verhehlte nicht, dass das UKBB auch im laufenden Jahr rote Zahlen schreiben wird. Er will deshalb mit den beiden Trägerkantonen Basel-Stadt und Baselland Verhandlungen aufnehmen. Dabei werde auch die Einführung von Fallkostenpauschalen diskutiert werden müssen. In Deutschland habe sich nämlich gezeigt, dass die Pauschalen nicht einfach von den Erwachsenen auf die Kinder übertragen werden können. Kinder benötigten zehn bis zwanzig Prozent mehr Personal. «Wir können nicht am Morgen zu einem Einjährigen gehen und sagen, beschäftige dich mal selbst», sagte Müller.

Die beiden Trägerkantone bezahlten im letzten Jahr 30,6 Millionen Franken ans UKBB, was 0,7 Millionen weniger sind als im Vorjahr. Weniger bezahlt wird an die Lehre und Forschung.

Ein Kelch geht am UKBB vorbei: Offenbar nicht zur Diskussion steht die 30-Franken-Pauschale, die Bundesrat Pascal Couchepin für jeden Arztbesuch einführen will. Kinder werden voraussichtlich davon befreit. Das findet Spitaldirektor und Kinderarzt Müller richtig. Es sei besser, wenn verunsicherte Eltern einen Arzt einmal zuviel aufsuchten als nicht. Immer noch gebe es Kinder, die zu spät in Behandlung gebracht werden.

Mehr Notfälle

Das UKBB verzeichnet - wie andere Spitäler auch - eine immer kürzere Aufenthaltsdauer der Patienten. Die mittlere Hospitalisationsdauer sank im letzten Jahr von 8,4 auf 8,2 Tage. Die Anzahl der Pflegetage blieb im stationären Bereich mit 39 838 stabil. Jedoch wurden 3,1 Prozent mehr Kinder betreut. 6596 kleine Patienten mussten im Spital behandelt werden. Im Trend ist das UKBB auch bei der steigenden Zahl an Notfallbehandlungen. Die ambulanten Konsultationen sind um 1,8 Prozent auf 78 413 gestiegen. Davon kamen mehr als ein Drittel als Notfall ins Spital. Damit nahmen die Notfallkonsultationen seit 2005 um

24 Prozent zu. Rund 44 000 Kinder wurden ambulant behandelt; das ist im Vergleich zum 2007 eine Zunahme um drei Prozent.

In der Jahresrechnung schlägt sich die Verringerung der Hospitalisationstage nieder. Deswegen wurden 150 000 Franken weniger eingenommen. Der Ertrag stieg um vier Prozent auf 104,5 Mio. Franken, der Aufwand erhöhte sich um sechs Prozent auf 107 Mio. Franken. Von den Krankenkassen wurden 72,8 Millionen beigesteuert.

Das UKBB blickte Anfang 2009 auf das zehnjährige Bestehen zurück. Es gab grosse Startprobleme und die Drei-Standorte-Strategie erwies sich als zu kompliziert für Nutzer und Angestellte.

Nun freuen sich alle auf den Umzug in den Neubau, der immer näher rückt, sagte Rita Kohlermann, die Präsidentin des Kinderspitalrates. Tatsächlich wird im September 2010 das fertig gestellte Gebäude dem UKBB für den Bezug übergeben. Der Umzug ist für Ende Januar 2011 geplant.

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