Grossbritannien

Küchenkrise im Palast der Queen – Schweizer Starkoch Mosimann weiss von nichts

Der Koch der Königlichen: Anton Mosimann mit Queen Elizabeth im Jahr 2004 in London.

Der Koch der Königlichen: Anton Mosimann mit Queen Elizabeth im Jahr 2004 in London.

Rund um die Uhr arbeiten, keine Zeit für die Familie und erst noch keine Überstundenbezahlung: Ein britisches Medium berichtet von miesen Arbeitsbedingungen in der Küche der Queen. Der Schweizer Starkoch Anton Mosimann verteidigt die Königin von England.

Die Köche der Queen Elizabeth (91) haben die Arbeitsbedingungen im Buckingham Palace satt. In der königlichen Küche soll es vor zwei Wochen regelrecht Aufruhr gegeben haben, berichtet «The Sun». Der Grund: ständiges Hin- und Herreisen, keine Freizeit und lauter Extra-Wünsche – und zwar ohne Extra-Gehalt. Mindestens 14 sollen deshalb das Handtuch geschmissen haben.

Bis zu 40 Köche arbeiten unter Küchenchef Mark Flanagan (52) für die Queen. Über ein Dutzend neue und vor allem qualifizierte Mitarbeiter zu finden, dürfte nun gar nicht so einfach sein. «Die Stimmung wird stetig schlechter», berichtete ein royaler Insider der britischen Zeitung. «Weil die Queen meistens auf Schloss Windsor lebt, müssen auch die Köche sehr oft dort sein und dann zurück zum Buckingham Palace eilen, um auch dort noch ihre Aufgaben zu erledigen.» Und nicht nur die Queen und ihre Gäste wollen jederzeit beste Speisen. «Prinz Charles nutzt das Personal auch für seine eigenen Events. Zusätzlich müssen sie auch noch bei William, Kate und Harry aushelfen und sind dann auch noch für die Dinner im St James’s Palace zuständig.» Die Köche der Queen würden rund um die Uhr nur arbeiten, hätten keine Zeit mehr für ihre Familien, und auch finanziell würde sich das alles ohne Überstundenbezahlung nicht lohnen. Vielen war das jetzt zu viel, schreibt «The Sun». «Sie haben entschieden, dass es das nicht mehr wert ist.»

Die Queen mag Knoblauch nicht

Einer, der Bedingungen vor Ort bestens kennt, ist der Solothurner Starkoch Anton Mosimann (70), von einer Küchenkrise weiss er nichts: «Es ist immer eine grosse Ehre, wenn ich im Buckingham Palace kochen darf. Doch ich komme jeweils immer mit meinem eigenen Personal», sagt Mosimann, der schon seit 46 Jahren privat und bei grossen Anlässen für die Queen kocht und von ihr im Jahr 2004 mit einem Orden für seine Verdienste um die britische Gastronomie ausgezeichnet wurde.

Schon in früheren Interviews verriet Mosimann, dass die Queen alles andere als wählerisch sei: Ob Fleisch, Fisch, Pasta, Reis oder Kartoffeln, Queen Elizabeth esse fast alles – aber von nichts zu viel, maximal drei eher kleinere Gänge, bevorzuge sie. Innereien mag die Blaublüterin nicht, sonst sei sie überhaupt nicht heikel. «Ich koche für sie auch nie mit Knoblauch, aber sonst ist sie sehr unkompliziert und offen», so der Gourmet-Koch. Schlechte Erfahrungen habe er nie gemacht. Die Royals, vorwiegend Prinz Charles (68), essen zudem oft in Anton Mosimanns Clubrestaurant «Mosimann’s – Belfry» im Herzen von London.

Im Palast wehrt man sich laut «The Sun» gegen die Vorwürfe der Köche: «Es gab keine Veränderung bei der üblichen Fluktuation des Küchenpersonals», liess eine Palast-Sprecherin verlauten. Es sei ganz normal, dass das Service-Personal von Zeit zu Zeit wechsle, meistens nach ungefähr sieben Jahren. Erst vor kurzem hat mit Darren McGrady der frühere Küchenchef des Buckingham Palace in einem Interview mit der US-Zeitschrift «Marie Claire» verraten: «Die Königin liebt Schokolade. Das ist ihre Leibspeise, dunkle Schokolade. Je dunkler, desto besser.» Zu den Arbeitsbedingungen hat sich McGrady, der von 1982 an bis Mitte der Neunzigerjahre für die Royals kochte, nicht negativ geäussert.

Starkoch Mosimann verkehrt im Kreis der Berühmten:

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