Knatsch um illegal entsorgte Katze

Maumau – die rote Katze aus dem Sack

Dreisamkeit: Der rote Findelkater fühlt sich in seinem neuem Zuhause in Rheinfelden sichtlich wohl zg

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Dreisamkeit: Der rote Findelkater fühlt sich in seinem neuem Zuhause in Rheinfelden sichtlich wohl zg

Wie Abfall entsorgt ist eine verletzte Findelkatze vor drei Monaten zu Manuela Kläui gekommen. Zwischenzeitlich hat sich ein Besitzerstreit um den roten Kater entwickelt.

Susanne Hörth

Der Vorfall scheint wie aus einem schlechten Roman erzählt, so unglaublich ist er: An einem Morgen, Ende August, hatte sich ein älterer Herr aus Rheinfelden Baden in der Nähe des alten Zolles auf Schweizer Seite aufgehalten. Ein Auto näherte sich, bremste ab. Aus dem geöffneten Fenster flog ein schwarzer Plastiksack in den Maisacker. Danach entfernte sich das Fahrzeug wieder. Weil sich der Sack bewegte, näherte sich der Augenzeuge. Als er den Sack öffnete, glaubte er seinen Augen nicht zu trauen. Ein verängstigte, rote Katze blickte ihm entgegen. Da er mit dem Fahrrad unterwegs war und dazu noch aus Deutschland kommt, benachrichtigte der Katzenfinder eine Bekannte aus Rheinfelden Schweiz: Manuela Kläui. Die vierfache Mutter machte sich mit ihrer Tochter Laura auf den Weg. Am Zielort, dem Maisacker angekommen, hörte die Tochter das jämmerliche Miauen der ausgesetzten Katze. Manuela Kläui nahm das sehr scheue und scheinbar auch verletzte Tier auf und trug es zu sich nach Hause. Dort stellte sie fest, dass der rote Kater tatsächlich eine Beinverletzung hatte. Diese liess sie beim Tierarzt behandeln. Gleichzeitig meldete sie den Fund des zirka einjährigen Katers beim aargauischen Tierschutzverein.

Wem gehört der Kater?

Gut einen Monat nach dem Auffinden der Rheinfelder Katze - sie hatte sich gut erholt und hörte zwischenzeitlich auf den Namen Maumau - erschien in der Quartierzeitung eine kurze Nachricht mit einem Schwarz-weissfoto über die Geschichte des ausgesetzten Tieres. Eine Frau meldete sich darauf hin bei Manuela Kläui. Sagte, es handle sich um ihr vermisstes Tier und verlangte nach dessen Herausgabe. Weil Manuela Kläui die unschöne Art und Weise der «Entsorgung» der Katze aber noch bestens vor Augen hatte und dazu auch noch einen Beweis über die rechtmässigen Eigentumsverhältnisse haben wollte, verweigerte sie die Herausgabe. Daraufhin wurde sie bei der Polizei wegen Diebstahl angezeigt. Dort wurde laut Kläui ein Impfausweis und Fotos als Beweis für die Besitzerschaft der Katze vorgelegt.

Maumau der Kater ist während der vergangenen drei Monate zu einem Familienmitglied bei den Kläuis geworden. Die Kinder lieben der roten Stubentiger über alles. Für Manuela Kläui, die sich nach wie vor mit der Anzeige wegen Katzendiebstahls auseinandersetzen muss, steht das Wohl des Tieres an erster Stelle. Sie kann und will nicht begreifen, dass jemand eine Katze einfach so in einen Plastiksack steckt und dann zum Autofenster hinaus wirft. Grosse Sorgen bereiten ihr die Kosten, die sich rund um den Katzenstreit entwickeln könnte. Die angebliche Katzenbesitzerin konnte von der AZ für eine Stellungnahme leider nicht erreicht werden.

Offizielle Meldestelle

Wie Marlies Widmer, Präsident des Aargauischen Tierschutzes, gegenüber der AZ betont, schreibt es das Gesetz vor, dass eine Findelkatze umgehend bei einer vom Kanton bestimmten Stelle gemeldet werden muss. Im Aargau ist dies der kantonale Tierschutzverein. Meldet sich der Besitzer nicht, so kann das Findeltier nach zwei Monaten in den Besitz des Finders übergehen. Neben der Meldepflicht, so die Tierschutzpräsidentin, seien die Finder verpflichtet, dem Findeltier die notwendigen Erstmassnahmen angedeihen zu lassen.

«Grundsätzlich sollte derjenige, der beobachtet, wie ein Tier ausgesetzt wird, dies der Polizei melden», betont Widmer. Ihr ist es auch ein grosses Anliegen, dass nicht nur die aufgefundenen, sondern auch die vermissten Tiere beim Tierschutzverein gemeldet werden.

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