Ein weiterer Mensch stürzte auf der Flucht aus seinem Haus in den Tod. Ausserdem wurden vier weitere Menschen verletzt und mehr als 200 Häuser beschädigt.

Etwa ein Dutzend Häuser seien zerstört worden, sagte Katastrophenschutz-Sprecher Agus Wibowo. Mehr als tausend Menschen, die auf Java sowie der Nachbarinsel Sumatra in Notunterkünften untergebracht wurden, konnten demnach am Samstag in ihre Häuser zurückkehren.

"Es gab einen donnernden Lärm - es klang wie ein Flugzeug über meinem Kopf - und ich hatte solche Angst, dass ich rannte", sagte der 69-jährige Isah, der wie viele Indonesier nur einen Namen trägt, in einer Notunterkunft in Pandeglang im Südwesten von Java.

Das Beben an der Südküste von Java hatte nach Angaben der US-Bebenwarte USGS eine Stärke von 6,9, sein Zentrum lag in fast 53 Kilometern Tiefe rund 150 Kilometer von Labuan entfernt. Die Erschütterungen waren auch in der indonesischen Hauptstadt Jakarta deutlich zu spüren.

Der Katastrophenschutz warnte am Freitag vor bis zu drei Meter hohen Wellen, nach drei Stunden wurde die Tsunami-Warnung aber wieder aufgehoben.

In Indonesien ereignen sich immer wieder Erdbeben. Der weitläufige asiatische Inselstaat liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring. Dort stossen tektonische Platten aufeinander, so dass es hier besonders oft Erdbeben und Vulkanausbrüche gibt. Vergangenen Monat starben bei einem Beben auf den entlegenen Molukken-Inseln fünf Menschen.

Bei einem Beben der Stärke 7,5 und einem Tsunami waren im September vergangenen Jahres auf der indonesischen Insel Sulawesi mehr als 2200 Menschen ums Leben gekommen. Noch viel verheerender war ein Beben der Stärke 9,1 mit anschliessendem Tsunami an Weihnachten 2004: Damals starben in mehreren Ländern am Indischen Ozean etwa 220'000 Menschen, davon 170'000 in Indonesien.