Komponieren

Mit Sieben zu komponieren begonnen

Martin Villiger in seinem Tonstudio: Er zeichnet für verschiedene Produktionen verantwortlich, unter anderem auch für «Sherpas – die wahren Helden am Everest».  Foto: Emanuel Freudiger

Martin Villiger

Martin Villiger in seinem Tonstudio: Er zeichnet für verschiedene Produktionen verantwortlich, unter anderem auch für «Sherpas – die wahren Helden am Everest». Foto: Emanuel Freudiger

Der Ennetbadener Martin Villiger ist Berufsmusiker und Filmkomponist. Sein aktuelles Projekt – eine dreiteilige Serie über St. Moritz mit Musik zu unter-legen – wird zwischen Weihnachten und Neujahr im Schweizer Fernsehen ausgestrahlt.

Carolin Frei

«Die Musik für den Dreiteiler über St. Moritz habe ich zu schreiben begonnen, bevor ich das Filmmaterial zu sehen bekam», sagt Martin Villiger. Auch das sei möglich, wenn doch eher die Ausnahme. Normalerweise bekommt der 37-Jährige Film- und Textmaterial zugestellt, bevor er loslegt.


Bei einem neuen Projekt probiert er als Erstes herauszufinden, was der Regisseur mit seinem Werk vermitteln möchte. «Danach versuche ich etwas zu komponieren, das diese Idee unterstützt.» Beim Film über St. Moritz wird die Advents- und Weihnachtszeit im Nobelort mit all seinen Luxushotels, Luxusläden und den superreichen Gästen dokumentiert.

Aber nicht nur. Es werden auch all die Menschen auf die Filmrolle gebannt, die im Hintergrund - in «dienender» Funktion - wirken. So wird einerseits die hyperfröhliche und oberflächliche Stimmung vieler Gäste beleuchtet und andererseits der «dienende Aspekt» der Angestellten aufgezeigt.


Um genau diese Botschaft «rüberzubringen», versucht Martin Villiger, Sequenzen von Mozartstücken mit technoidem Sound zu vermischen. «Es geht mir niemals darum, meine Musik als solches in den Vordergrund zu stellen. Die Leute sollen sich dank meiner Musik an den Inhalt des Films erinnern und nicht etwa meine Melodie pfeifen können.»

Der Ennetbadener gehört zu den erfolgreichsten Filmkomponisten der Schweiz und dürfte wohl auch einer der wenigen sein, die gut davon leben können. «Um erfolgreich zu sein, braucht es neben Talent auch harte Arbeit und Glück», sagt der Vater von zwei kleinen Söhnen.


Dass er hart arbeiten kann, beweisen all die Projekte, die er bereits realisiert und all jene, die er momentan parallel laufen hat. Denn nebst den Kompositionen für den Dreiteiler steht er noch bis zum 3. Januar bei Salto Natale in der Manege. Er hat für das Programm Nostalgie nicht nur die Musik geschrieben, er greift auch bei jeder Vorstellung persönlich in die Tasten und leitet zugleich die 10-köpfige Musikertruppe. Zudem zeichnet er für die musikalische Umrahmung zahlreicher TV- und Werbespots verantwortlich. Ist das nicht unheimlich schwierig, bei so unterschiedlichen Projekten den roten Faden zu behalten? «Durch meine langjährige Erfahrung gelingt es mir sehr gut, mich auf das zu konzentrieren, was ich gerade tue, die anderen Projekte für einen Moment wegzuklicken.»

War Musiker zu werden ein Bubentraum? «Ja. Seit ich sieben Jahre alt bin, spiele ich Klavier. Es war mir zu langweilig, nur Stücke von anderen zu spielen. Deshalb habe ich schon damals angefangen zu komponieren. Zudem bat ich jeweils meine Klavierlehrerin, mir schwierige Lieder zum Üben aufzugeben», sagt er lachend. Dadurch legte Martin Villiger schon als kleiner Knirps den Grundstein zu seiner Karriere.

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