Luz ist eines der bekanntesten überlebenden Redaktionsmitglieder. Er zeichnete das Titelbild der ersten Ausgabe nach dem islamistischen Anschlag, das einen weinenden Propheten Mohammed zeigte.

Der Zeichner - mit bürgerlichem Namen Renald Luzier - will das Magazin im September verlassen. "Wenn ich abhaue, dann weil es schwierig für mich ist, über das Tagesgeschehen zu arbeiten", sagte er in der Zeitung "Libération".

Es fehlten Zeichner für die anstehende Arbeit. "Jeder Redaktionsschluss ist eine Folter, weil die anderen nicht mehr da sind", sagte er.

Interner Zwist

Die Redaktion des Satiremagazins ringt nach Medienberichten derzeit um ihren künftigen Kurs und den Umgang mit den Millionen Euro, die nach dem Anschlag über zusätzliche Verkäufe und Spenden in die Kassen kamen.

Das Geld solle an die Opferfamilien ausgezahlt werden, erklärte die Leitung der Zeitschrift am Montag. Das französische Justizministerium sei gebeten worden, eine Kommission einzuberufen, die über die genaue Verteilung der erhaltenen Spenden entscheiden solle. Demnach kamen 4,3 Millionen Euro von 36'000 Spendern aus 84 Ländern.

Zwölf Menschen getötet

Zwei schwerbewaffnete Islamisten hatten am 7. Januar die Redaktionsräume der für ihre Mohammed-Karikaturen bekannten Satirezeitung gestürmt. Sie töteten zwölf Menschen, darunter einige der bekanntesten Zeichner von "Charlie Hebdo".

Der Anschlag löste Entsetzen und Anteilnahme aus, weltweit brachten Menschen mit dem Spruch "Ich bin Charlie" ihre Solidarität zum Ausdruck. Eine Ausgabe der Überlebenden eine Woche nach dem Anschlag wurde rund acht Millionen Mal verkauft - ein Rekord in der französischen Pressegeschichte.

Vor dem Anschlag waren jede Woche rund 30'000 Exemplare von "Charlie Hebdo" verkauft worden, die Zeitung litt seit Jahren unter schweren finanziellen Sorgen. Von der letzten Ausgabe wurden 170'000 Exemplare verkauft, längerfristig rechnet die Satirezeitung mit wöchentlich 100'000 verkauften Exemplaren.