Grenchen

Mülldeponie bei Monbijou-Brücke

Verwildert: Das Bord unterhalb der Lengnaustrasse sieht aus wie ein verlassenes Guerillalager. khg

Müll

Verwildert: Das Bord unterhalb der Lengnaustrasse sieht aus wie ein verlassenes Guerillalager. khg

Überwucherte Baracken, die zusammenbrechen, verstreute Trümmerteile und Müll. So präsentiert sich das Grundstück am Fuss des Bahnviadukts im Westen der Stadt. Jetzt wollen die SBB aufräumen.

Daniela Deck

An der Kreuzung von Lengnaustrasse und Lötschbergweg führt eine kurze Betontreppe scheinbar ins Nichts. Wer leichtsinnigerweise die Stufen hinuntersteigt, findet sich in einer Art Urwald wieder: Ein steiles Bord voller Gestrüpp, das sich bis zur Bahnlinie Lengnau-Südbahnhof hinzieht. Zwischen den Sträuchern stehen mehrere Baracken mit Wellblechdächern, die sich in unterschiedlichen Stadien des Zerfalls befinden. Eine der Hütten zeigt noch deutliche Spuren von Kaninchenställen. Vor Jahren hat offenbar ein Ornithologe das SBB-Grundstück für sein Hobby genutzt. Am Boden sammelt sich Unrat, der von der Strasse hinuntergeworfen wurde.

Erst säubern, dann sperren

Es ist nicht einfach, von den SBB Auskunft zu dem verlassenen Bord zu erhalten. Firmensprecher Frédéric Revaz muss selbst tagelang recherchieren. Als er mithilfe der Internetplattform Google Earth einen Blick auf das Bord wirft, erschrickt er. «Das sieht ja aus wie ein kleiner Wald.» Wer bis wann für das Grundstück verantwortlich war und die Schuppen nutzte, kann Revaz nicht in Erfahrung bringen. Dafür verspricht er, unverzüglich den hausinternen Unterhaltsdienst zur Verbesserung der Verhältnisse in Gang zu setzen: «Wir werden da so rasch wie möglich aufräumen, die Büsche schneiden und das Gras mähen. Denn erfahrungsgemäss entmutigt ein sauberes Gelände die Abfallsünder.» Die Sperrung des Zugangs von der Strasse steht hingegen nicht zuoberst auf der Traktandenliste. Das würden die SBB nach Aussage von Frédéric Revaz erst ins Auge fassen, wenn die Reinigung nichts nützt.

Auch baulich sei derzeit nichts geplant. Die Baracken würden kontrolliert. Für einen Abbruch und eine allfällige neue Nutzung des Areals wäre das Projektmanagement der SBB zuständig, so Revaz. «Die müssten dafür aber zuerst Pläne ausarbeiten.»

Anwohner ratlos

Sogar langjährige Anwohner wissen nicht viel über das überwucherte Bord. Rainer W. Walter, wohnhaft am Lötschbergweg, kann sich lediglich erinnern, dass ein Mann in den 80er Jahren dort Hunde gehalten hatte. Was später aus dem Grundstück wurde, weiss der Lokalhistoriker nicht.

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