Oberengstringen

Oberengstringer Weinfest in Gefahr

Treffpunkt: Am Oberengstringer Weinfest steht neben dem Degustieren des Weines auch der gesellige Teil im Zentrum – noch fehlt aber ein Mitorganisator für 2010. (Bild: Marco Mordasini)

Weinfest

Treffpunkt: Am Oberengstringer Weinfest steht neben dem Degustieren des Weines auch der gesellige Teil im Zentrum – noch fehlt aber ein Mitorganisator für 2010. (Bild: Marco Mordasini)

Der neue Wein aus Oberengstringen ist da. Ein roter Malbec/Cabernet Cubin und ein weisser Johanniter/Scheurebe. Die Qualität ist wiederum vielversprechend. Dennoch ist die Fortführung des Weinfestes in Gefahr.

Marco Mordasini

Anfang der 80er-Jahre gab es nur eine Weinausgabe im Werkhof. Dazu einen Wurststand und zur Unterhaltung spielte ein Handörgeler. Seither hat sich das Oberengstringer Weinfest gewaltig entwickelt. Dank grossem Engagement verschiedener Vereine wurde aus der einfachen Weinausgabe ein richtiges Dorffest. «Bis letztes Jahr musste man den Wein noch vorbestellen und man konnte nur ein bestimmtes Kontingent beziehen», erinnert sich Festkoordinator Richi Nydegger. Nun sind diese Bestimmungen gelockert worden, der Weinliebhaber dankt. So sind alleine am Samstag 360 Flaschen Rotwein und 120 Flaschen Weisswein verkauft worden. Ob es jedoch im kommenden Jahr wieder ein Weinfest geben wird, hängt allein von der dringend nötigen Unterstützung für Richi Nydegger ab. Denn Simone Rüttimann, bisher für die administrativen Aufgaben zuständig, hat ihre Demission eingereicht.

Mitte Juni erfolgte die Abfüllung des weissen 2008er Johanniter und kurz darauf erfolgte die des roten 2007er Malbec, welcher über ein Jahr im Eichenfass lagerte. Beide Köstlichkeiten konnten im «Wiihüsli» auf ihren Geschmack und Abgang getestet werden. Aber nicht nur das. Das diesjährige Weinfest wartete mit einer Neuheit auf: «Zum ersten Mal wurde der ‹Marc› degustiert», freute sich Nydegger. Aus dem Trester des Johanniters wurde dieser klare Geist gewonnen. Im Januar 2009 folgte die Destillation.

«Alte und neue Kontakte knüpfen»

Parallel werden jedes Jahr auch die Neuzuzüger und die Bürger von Oberengstringen durch Gemeindepräsident Reto Cavegn ans Weinfest eingeladen. «Als Treffpunkt ist das Weinfest einfach perfekt. Man kann alte Kontakte pflegen und neue knüpfen», sagte Cavegn. Fast dreihundert Neuzuzüger und rund zweihundert Bürger sind seiner Einladung gefolgt. In der Ansprache lüftete Cavegn zudem noch ein Geheimnis: «Vermutlich werden wir im kommenden Jahr zum ersten Mal einen Schaumwein aus der Johanniter/Scheurebe Traube präsentieren können». Darüber hinaus informierte der Gemeindepräsident auch über die Zukunftskonferenz Oberengstringen. An dieser soll eine gemeinsame Basis für die Entwicklung der Gemeinde geschaffen werden. Was sich auf dem Weg in eine attraktive und lebenswerte Zukunft bewegt hat, wird sich im Frühling 2010 zeigen.

Nebst der Unterhaltung für die Erwachsenen wurde auch auf die jüngeren Besucher grosse Rücksicht genommen. Kinderschminken und -basteln, ein Flohmarkt sowie ein Ballonwettbewerb und ein lebendiger «Töggelikasten» (Bodysoccer) standen im Angebot. Eine Hip-Hop-Aufführung und die OE4OE-Disco für Jugendliche ab Oberstufe gab es im Eventzelt, genauso auch ein ökumenischer Festgottesdienst mit musikalischer Umrahmung durch die Kreismusik Limmattal am Sonntag. Den Schlusspunkt markierte die Stunde der Engstringer Chöre mit rund 80 Sängern.

Wer folgt auf Simone Rüttimann?

Der Rücktritt von Simone Rüttimann ist sicherlich ein Verlust. Rüttimann war für den administrativen Bereich zuständig. Ob Richi Nydegger dem Anlass erhalten bleibt, wird sich Mitte November weisen. «Bis dann muss die Nachfolge von Rüttimann geregelt sein. Denn die erste Sitzung für die Ausgabe 2010 findet bereits im Dezember statt», so Nydegger. «Obwohl die Gemeinde Oberengstringen 8000 Franken für die Organisation bereitstellte und die Vereine nur sechs Prozent vom Umsatz entrichten müssen, findet sich für Rüttimann kein Nachfolger», sagt Nydegger deprimiert. Nydegger wird nur weiter zur Verfügung stehen, wenn seine Unterstützung gesichert ist. Es wäre schade, wenn das Weinfest deswegen sterben würde.

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