Basel
Orang-Utans sind nach Deutschland verreist

Der Exodus der Menschenaffen aus dem Zoo Basel hat am Dienstag begonnen. Als Erste zog die siebenköpfige Orang-Utan-Gruppe aus. Sie fanden eine neue Heimat im Zoo Gelsenkirchen, wie der Zoo Basel gestern mitteilte.

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Affe

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bz Basellandschaftliche Zeitung

David Weber

Aber es ist bloss ein Abschied auf Zeit. Im Sommer 2012 kehren die Orang-Utans wieder zurück. Dann sollen im Basler Zolli die neuen Aussenanlagen für Menschenaffen eröffnet werden. Während des Umbaus des Affenhauses müssen alle Menschenaffen den Zoo für mindestens ein Jahr verlassen.
Für die Gorillas und die Schimpansen ist laut Pressesprecherin Tanja Dietrich eine Unterbringung in der Region vorgesehen. Wo genau, stehe noch nicht fest. «Es sind noch keine Verträge unterschrieben», präzisiert Dietrich.

Die sieben Orang-Utans haben die Reise nach Deutschland gut überstanden. Die Affendamen Elsi (51), Kasih (47), Sexta (37), Farida (30), Ogan (21) und Ziadah (7) sowie Männchen Schubbi (37) wurden von Tierärzten am frühen Dienstagmorgen narkotisiert. Nach umfangreichen Gesundheitschecks wurden die Affen in extra angefertigte Transportkisten gelegt und in Gelsenkirchen wieder aufgeweckt.

Ob im Sommer 2012 alle sieben rostfarbenen Zotteltiere nach Basel zurückkehren werden, ist gemäss Dietrich offen. Ein dringendes Anliegen sei es, dass frischer Wind in die Zucht komme. Mehr Nachwuchs ohne die Gefahr von Inzucht, das sei das Ziel des Zoo Basel, sagt Dietrich. In Zusammenarbeit mit dem europäischen Erhaltungszuchtprogramm wird geprüft, wie die Gruppe optimal zusammengesetzt werden könnte.

Dabei geht es auch darum, die stagnierende europäische Orang-Utan-Population weiter anwachsen zu lassen. In ihren Ursprungsgebieten sind die Tiere vom Aussterben bedroht. In Basel erblickte übrigens 2003 das letzte Orang-Utan-Baby das Licht der Zolli-Welt. Aris lebt heute im Stuttgarter Zoo.