Frick

Panzersperre öffnet sich für Kröte

Seckenbergbach: Das Gewässer wird mit baulichen Massnahmen abschnittweise als Laichgewässer nutzbar gemacht.  (Bild: Werner Hostettler)

Kröte

Seckenbergbach: Das Gewässer wird mit baulichen Massnahmen abschnittweise als Laichgewässer nutzbar gemacht. (Bild: Werner Hostettler)

Pilotversuch in Frick: Im Bereich der Schiessanlage Schlauen wird abgeklärt, ob die Geburtshelferkröte die für sie neu geschaffenen Laichstellen auch tatsächlich annimmt.

Werner Hostettler

Die Gemeine oder auch Gewöhnliche Geburtshelferkröte (Alytes obstetricans) ist ein Froschlurch aus der Familie Alytiade und ist die einzige ihrer Klasse, die bis nach Mitteleuropa vorgedrungen ist. Als ursprüngliche Laichplätze gelten strukturreiche Fliessgewässer, in der heutigen Landschaft findet man sie aber dort nur sehr selten. Mit einem speziellen Projekt sollen nun einige Bäche im Aargauer Jura abschnittweise als Laichgewässer nutzbar gemacht werden. Ziel dieses als Pilotversuch verstandenen Projektes ist es, abzuklären, ob die Geburtshelferkröte solch durch spezielle Eingriffe geschaffene Laichstellen auch tatsächlich annimmt.

Bollwerk durchschlagen

Sollten diese Pilotversuche den erhofften Erfolg bringen, könnten in Zukunft derartige Eingriffe breitere Anwendung finden und kann die Palette der Fördermassnahmen um eine besonders naturnahe Variante erweitern. Eine dieser vorerst vier im Aargauer Jura geplanten Laichstellen wurde nun im Bereich der Schiessanlage Schlauen geschaffen. Dabei wurde nicht nur der vorher durch einen bedeckten Abzugsgraben fliessende Seckenbergbach auf einer Länge von 60 Metern geöffnet, sondern auch ein genügend grosses Loch in die altehrwürdige Panzersperre geschlagen. Was ab 1935 entlang der Grenze zu Deutschland als Teil eines weitläufigen Sicherheitsbollwerks hastig aus dem Boden gestampft wurde, ist nun also, notabene nach vorheriger Absprache mit dem Immobilienkompetenzzentrum der Armasuisse in Bern, zwischen Frick und Eiken für eine gefährdete Amphibienart geöffnet worden.

Im Rahmen einer Feier wurde am Montag das Wasser des Seckenbergbachs ins neue Bachbett und erstmals durch die weit geöffnete Panzersperre geleitet. Der Fricker Bauverwalter Harri Widmer konnte nebst Vertretern des Kantons auch solche des Naturschutzvereins und der Anstösser begrüssen. Er wies darauf hin, dass sich das Budget um die 40 000 Franken bewege. Die Finanzierung der baulichen Massnahmen gilt als gesichert, sowohl der Kanton Aargau als auch der Bund beteiligen sich daran. Die Umsetzung wird von der Abteilung Landschaft und Gewässer des Kantons eng begleitet. Das Projekt biete die Gelegenheit, so wurde betont, innovative Naturschutzmassnahmen rasch, unkompliziert und ohne grossen Planungsaufwand auszuprobieren. Es sei zudem mit den Aktivitäten des Vereins Dreiklang

Aare-Jura-Rhein abgesprochen und ergänze dessen Bemühungen, die Geburtshelferkröte im Jura zu fördern.

Projekt «Glögglifrosch»

Projektleiter Christoph Bühler (Hintermann und Weber, Reinach BL) wies darauf hin, dass der Fricker Pilotversuch «Glögglifrosch am Bach» auf Initiative des Naturschutzvereins mit einer Öffnung des Bachabschnittes bei der Panzersperre kombiniert worden und nur dank der Kooperation zahlreicher Beteiligter (unter anderen Grundeigentümer, Gemeinde Frick, Revierförster) zustande gekommen sei. Raphael Leder, Projektverantwortlicher Kanton Aargau, bezeichnete das Projekt als sinnvolle und von daher unterstützenswerte Aktion im Rahmen der Renaturierungsaktivitäten.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1