LivingEducation
Schulunterricht für alle

«Wir haben Spitäler, Gartenbaufirmen und Unternehmen angefragt, ob sie Arbeit für uns haben», erzählt Jolanda, eine der Schülerinnen der Kantonalen Schule für Berufsbildung (KSB) in Aarau. Mit dem so erwirtschafteten Geld werden Schulbücher und Esswaren für das Mädcheninternat in Athal in Pakistan – ein Sozialprojekt von «LivingEducation» – gekauft.

Merken
Drucken
Teilen
Schulunterricht für alle

Schulunterricht für alle

Carolin Frei

Die Projektteams der A43 und A44 haben im Dezember ihren Schulkameraden die Projektideen vorgestellt, die sie für die Spezialwoche der KSB im Mai angedacht hatten. Nach einer intensiven Diskussionsrunde entschied sich die Vollversammlung, für das Projekt, bei dem junge Menschen jungen Menschen helfen. Und es wurden Meilensteine für die Umsetzung festgelegt.

Am 19. und 20. Mai wird mit Arbeitseinsätzen bei Firmen, mit Standaktionen und mit Strassenmusik das Siegerprojekt in die Tat umgesetzt. Janosch: «Wir werden die Verkaufsstände mit den handgefertigten Säckli, selbst gebackenen Kuchen und Getränken so präsentieren, dass es «amächelig» aussieht». Die Säckli, die von pakistanischen Frauen bestickt wurden, werden für 5 Franken verkauft. «Sie enthalten Salzkristalle, die symbolisch «für das Salz im Leben» stehen.»

Sogar drei Sängerinnen werden unterwegs sein, um mit ihren Gesangseinlagen für volle Kassen zu sorgen. «Allerdings treten sie nicht in Aarau auf, sondern in Bern und Luzern», sagt Albina, die für diesen Teil der Projektkoordination verantwortlich zeichnet. Als krönender Abschluss des Sondereinsatzes findet am Donnerstagabend um 19 Uhr in der Aula der KSB ein öffentlicher Anlass statt. «Wir werden dem Publikum unser Projekt vorstellen sowie Fotos und Filme von unseren Arbeitseinsätzen zeigen», umreisst Reto seinen Part. Zudem ist Yahya Bajwa von «LivingEducation» als Referent eingeladen und berichtet über Pakistan. Das Publikum hat die Möglichkeit, Fragen zu stellen und Geld zu spenden.
Warum macht die Schule bei einem solchen Projekt mit? Ruth Steiner, Stammklassenlehrerin der KSB Aarau: «Beim Gestalten eines Projekts in Eigenregie erleben die Lernenden ihre Selbstwirksamkeit und sind gefordert, volle Verantwortung für das erfolgreiche Umsetzen ihrer Idee zu übernehmen. Unser Leitmotto war überdies: Wir schauen hin, sehen Ungerechtigkeit und leisten einen aktiven Beitrag zur Verbesserung.»

Die Jugendlichen werden am 19. und 20. Mai von 9 bis 16 Uhr mit einem Stand in der Igelweid in Aarau und mit einem vor der Migros Lenzburg vertreten sein - und geben gerne Auskunft.

Wer steht hinter LivingEducation?

«LivingEducation» wurde vom KSB-Lehrer und Badener Einwohnerrat Yahya Hassan Bajwa und Gleichgesinnten ins Leben gerufen. Mit diesem Sozial- und Friedensprojekt sollen all jene in Pakistan unter-
stützt werden, die hierarchisch zuunterst stehen - nämlich Frauen und religiöse Minderheiten - vor allem die Christen. Die Internatsschule gibt islamischen und christlichen Mädchen die Möglichkeit auf Schulbildung, die sie sonst, weil ihre Eltern zu arm sind oder der Schulweg zu weit ist, nicht hätten. Gerade haben 65 Mädchen den Abschluss gemacht», sagt Yahya Bajwa. Und er freut sich, dass er unter anderem einem 12-jährigen Mädchen, dessen Mutter unter «ungeklärten Umständen» verbrannt ist, eine Perspektive bieten kann. «Sie möchte Ärztin werden.» Dank «LivingEducation» hat sie gute Chancen, ihren Traum wahr werden zu lassen.
www.LivingEducation.org