Wein

Start in die gute Weinernte 2009

Schöne Trauben: Im Döttinger Weinberg zeigt Rebbaukommissär Peter Rey den erfreulichen Behang.

Rebbaukommissär Peter Rey

Schöne Trauben: Im Döttinger Weinberg zeigt Rebbaukommissär Peter Rey den erfreulichen Behang.

Frühe Jahre sind gute Jahre, sagen die Rebbauern. Die Sauserproduktion hat begonnen, die weissen Trauben sind erntereif. Ein sehr guter Jahrgang 2009 ist in Griffweite.

Hans Lüthi

So früh wie selten sind die weissen Trauben dieses Jahr jetzt schon erntereif, zumindest in den frühen Lagen. «Wir stehen kurz vor dem Ziel, einen weiteren, sehr guten Jahrgang einzufahren - qualitativ und quantiativ.» Das sagte gestern der Aargauer Rebbaukommissär Peter Rey am traditionellen Rundgang durch die Döttinger Reben. Die ersten 30 Tonnen für die Sauserproduktion sind schon eingebracht, mit hohen Zuckergehalten von 73 bis zu 82 Öchsle. Bei auffallend tiefen Säuregehalten von 4,7 bis 6,4 Gramm pro Liter ist der ideale Bereich schon erreicht, den Weinbauern und Konsumenten lieben. Das gilt natürlich nur für spritzige Weissweine aus den Trauben Riesling × Sylvaner.

Geduld bei den blauen Trauben

Auch bei der Hauptsorte, dem Pinot noir oder Blauburgunder, «sind wir schon auf der Zielgeraden», freut sich Rey. Mit 83 bis 90 Öchsle zeigen sich die Zuckergehalte schon erstaunlich hoch, «die Erwartungen in einen sehr guten Jahrgang 2009 sind intakt». Dennoch warnt der Fachmann die Rebbauern, jetzt die Nerven nicht zu verlieren: «Rote Sorten und Spezialitäten haben die phänologische Reife noch nicht erreicht.» Viel Geduld ist also gefragt. Die Erfahrungen früherer Jahre münden immer in dieser Erkenntnis: Spät gelesene Trauben geben nicht immer viel höhere Öchsle, aber die schöneren, gehaltvolleren und samtigeren Weine.

Viel Regen in der Sommerzeit

Zur heutigen erfreulichen Situation hat das Wetter im August und bisher im September beigetragen: Kühle Nächte, viel Sonne, kein Nebel. Für Sonnenhungrige sind die Sommermonate nicht in bester Erinnerung, doch den Rebstöcken brachten sie genügend Wasser. 500 bis 600 Millimeter fielen von Mai bis Ende Juli, die Reben konnten aus dem Vollen schöpfen. Auch der Farbumschlag der Beeren von grün zu blau setzte bereits im ersten Drittel des August ein.

Sorgenfrei geht es im Rebberg nie: 2009 war ein extremes Hageljahr, von Juni bis Ende August zogen etliche Züge durch den Kanton. Auch der Falsche Mehltau wütete wie selten. Mit richtigem Pflanzenschutz liessen sich grössere Schäden verhindern.

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