Von Werner Schneiter

Der Regiebetrieb in Affoltern beispielsweise hatte Anfang November 2009 noch 100 Tonnen an Lager. In den folgenden Wochen wurden weitere 90 Tonnen in den Bezirkshauptort geliefert. Schnee und eisige Temperaturen sorgen nun dafür, dass sich die Bestände laufend reduzieren und die Vereinigten Schweizerischen Rheinsalinen nicht mehr in der Lage sind, zeitgerecht für genügend Nachschub zu sorgen. «Wir haben derzeit noch rund 40 Tonnen im Silo am Lager. Und die müssen für die nächsten zehn Tage reichen. Ein Volleinsatz im Dorf erfordert pro Tag 8 bis 10 Tonnen Salz. Das ist jetzt nicht mehr möglich», sagt Bruno Petrig, Chef des Affoltemer Regiebetriebes.

Die Ausdauer von «Väterchen Frost» hat nun Konsequenzen: Im Bezirkshauptort und wohl in den meisten Gemeinden des Bezirks muss nun wegen dieses anhaltenden Salzmangels der Winterdienst auf den Gemeindestrassen und Trottoirs reduziert werden. In Affoltern, wo 42 km Gemeindestrassen und Gehwege betroffen sind, können die Winterdienstleute der Gemeinde derzeit nur noch eine Trottoirseite mit Auftausalz bestreuen und pfaden. Auf der anderen Seite wird nur noch der Schnee geräumt. Und auf den flacheren Gemeindestrassen fährt der Salzwagen nur noch in der Mitte der Fahrbahn. «So bewegen sich dann zumindest zwei Räder der Auto im schwarzgeräumten Strassenbereich», sagt Bruno Petrig. Nach seinen Worten lief der mit jeweils acht oder neun Fahrzeugen besorgte Winterdienst bisher reibungslos, aber jetzt muss mit dem üblichen Schwarzräumungs-Standard zurückgefahren werden. «Wir überlegen uns derzeit, ob wir für 2011 einen zusätzlichen Silo von mindestens 100 Tonnen Kapazität ins Budget aufnehmen sollen», sagte der Regiebetrieb-Leiter in Affoltern.