Johannes Reichen

Es war ein denkbar knapper Entscheid, der den Sieg brachte für Peter Schott aus Twann und damit die Auszeichnung «Berner Staatswein 2009». Bei der Bewertung erhielten zwei Weine der Kategorie Pinot noir von der Finaljury die exakt gleiche Note: 90,22 Punkte. Darum wurden die Resultate der Vorjury zurate gezogen. Auch hier das gleiche Bild, 90,00 Punkte für die beiden Weine. Und so musste der «Goldentscheid» her. Die Finaljury versuchte sich nochmals an den beiden Tropfen. Mit 5 zu 4 Stimmen entschied sie sich für den Wein, der in Twann produziert wird.

Es war der knappste Entscheid, von dem der bernische Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher (SP) gestern bei der Kürung der «Berner Staatsweine» berichten konnte. In den drei anderen Kategorien fiel das Verdikt deutlicher aus. In der Kategorie «Chasselas» wurde Hans Perrot aus Twann prämiert; er erhielt die Auszeichnung zum ersten Mal. In der Kategorie «weisse Spezialitäten» wurde der Chardonnay von Fabian Teutsch aus Schafis bei Ligerz zum besten erkoren; Teutsch war bisher jedes Mal unter den Gewinnern. Und in der neuen Kategorie «rote Spezialitäten» obsiegte Andreas Stämpfli aus Erlach mit seinem «Garanoir».

Diese Sorte sei ihm bislang unbekannt gewesen, bekannte Rickenbacher. «Das ist eine sehr junge Rebsorte», so Gewinner Stämpfli. Sie wurde in der Schweiz vor rund 30 Jahren entwickelt, es handelt sich um eine Kreuzung aus Gamay und der weissen Sorte Reichensteiner.

Thunersee-Region erstmals dabei

Er sei froh, sagte Rickenbacher, sei jemand von der «anderen Seite» des Bielersees unter den Gewinnern. Ausser Stämpfli kommen alle von der Jura-Seite des Sees. Leer ausgegangen sind dagegen die Winzer aus der Region Thunersee. Sie durften dieses Jahr zum ersten Mal am Wettbewerb teilnehmen. Das Gebiet ist allerdings deutlich kleiner, in der Region Bielersee werden auf 222 Hektaren Wein angebaut, am Thunersee auf 17 Hektaren.

Insgesamt 90 Weine von 25 verschiedenen Betrieben wurden für den «Staatswein 2009» eingereicht. Die Vorselektion erfolgte beim Inforama Oeschberg und deren Fachstelle für Rebbau. Schliesslich waren es noch 14 Weine, die den Mitgliedern der Finaljury zur Degustation vorgesetzt wurden. Neben Rickenbacher und anderen gehörte auch Regierungsrat Werner Luginbühl der Jury an, «ein exzellenter Weinkenner», wie der Regierungsrat sagte.

Und ebenso gab es «exzellente Produkte», die zu beurteilen waren, lobte Andreas Rickenbacher die Weinproduzenten. Und bekam selbst auch noch ein Lob, wenn auch eines mit Unterton: «Der Kanton», sagte Gewinner Hans Perrrot, «hats erblickt, dass auch die Berner Weine in Ordnung sind.»