Wegen Deponie wird neuer Standort gesucht

Wo und wann am Lützelbach ein Damm gebaut wird, ist noch offen Bis ein Rückhaltebecken vor Überschwemmungen schützt, wird noch ab und zu Wasser den Allschwiler Lützelbach hinunterfliessen.

Merken
Drucken
Teilen
Lützelbach.jpg

Lützelbach.jpg

bz Basellandschaftliche Zeitung

Regula Vogt-Kohler

Erst wenn die Abrechnung für die abgeschlossenen Arbeiten am Mülibach vorliegt, geht es weiter mit der Projektierung für den geplanten Damm mit Rückhaltebecken am Lützelbach. Marc Gehrig, Projektleiter Geschäftsbereich Wasserbau im kantonalen Tiefbauamt, geht momentan davon aus, dass dies im Verlauf des Herbstes der Fall sein wird. Für Probleme technischer Art sorgt eine ehemalige Abfalldeponie im Bereich des geplanten Rückhaltebeckens. Das Tiefbauamt sehe sich deshalb nach einem neuen Standort um, teilt Marc Gehrig mit. Eine Deponie im Stauraum sei nicht ideal, weil aufgeschüttetes Material instabilen Untergrund bedeute.

Ökologisch aufwerten

Wegen der Bauarbeiten für den Erdgasröhrenspeicher in den Munimatten ist im oberen Lauf des Lützelbächli die Rinne teilweise verstopft. Die Folge: Das Wasser verteilt sich bei stärkeren Niederschlägen in Wald und Wiesen und fliesst verzögert ins Bachbett zurück. Mit Hochwasserschutz habe das nichts zu tun, betont Peter Hirschmann von der Gasverbund Mittelland AG. Wenn die Humusschicht fertig aufgetragen ist, beginnen die Arbeiten für die ökologische Aufwertung des südlichen Waldrandes. Dabei kommt auch das Lützelbächli zum Zug. «Es soll wieder wie früher fliessen können», versichert Hirschmann. Ausserdem erhält es an zwei, drei Stellen Platz, wo es sich zu Weiherchen ausbreiten kann. (rv)

Die vom Baselbieter Landrat im Mai 2003 verabschiedete Vorlage «Hochwasserschutz Dorf und Amphibienschutz Mülitäli in Allschwil» sieht als Standort eine natürliche Geländemulde hinter der Verzweigung Mooshagweg/Leimgrubenweg vor. Dort soll ein zunächst quer, dann parallel zum Bach und zum Mooshagweg verlaufender, maximal fünf Meter hoher Damm das Wasser zurückhalten.

Die ehemalige Deponie «Lützelbach/Kirchacker», die nun diesen Standort in Frage stellt, ist bereits in der Vorlage erwähnt. Die Bodenuntersuchungen im Bereich des geplanten Stauraums sind abgeschlossen. Man habe dabei nichts festgestellt, was im heutigen Zustand Überwachungs- oder Sanierungsbedarf auslösen würde, hält Adrian Auckenthaler, Leiter des Ressorts Gewässer und Altlasten im Amt für Umweltschutz und Energie Baselland, fest. Aber: «Sobald gebaut wird, müssen die Abfälle fachgerecht entsorgt werden.» Gemäss den Untersuchungen enthält die Deponie Hauskehricht auch der gröberen Art wie Asphaltstücke, Backsteine, Metall und Autopneus. Ausserhalb des Bereichs des ursprünglich geplanten Rückhaltebeckens sind die Untersuchungen noch im Gange.

Kosten werden steigen

Bei der Projektierung dürften dann auch die Finanzen eine entscheidende Rolle spielen. Auch wenn die Abrechnung für den Mülibach noch nicht vorliegt, ist eines schon klar: Das Projekt «Hochwasserschutz Dorf und Amphibienschutz Mülitäli in Allschwil» wird deutlich mehr kosten als ursprünglich angenommen. Aus verschiedenen Gründen liegen die Kosten für den Mülibach rund zwei Millionen Franken höher als geplant. Bei der Einweihung des Damms im Mülitäli Ende November 2007 schätzte die Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD) die Endkosten auf rund neun Millionen Franken.

Meist harmloses Gewässer

Wer das Allschwiler Lützelbächli noch nie bei Hochwasser gesehen hat, kann sich kaum vorstellen, dass von diesem harmlosen Gewässer eine Gefahr ausgeht, die mit einem Damm gebannt werden soll. Die meiste Zeit über fliesst das rund 1,5 Kilometer lange Bächlein nicht einmal richtig. Zu den Überschwemmungen, die Allschwil heimgesucht haben, hat es allerdings seinen Beitrag geleistet: Zusammen mit dem Mülibach, mit dem sich der Lützelbach im Dorfkern zum Dorfbach vereinigt, hat es mehrmals mehr Wasser gebracht, als der unterirdische Kanal, der Düker und der Bachgraben zu bewältigen vermochten.