Frick
Weicht Velohüsli dem Feuerwehr-Tempel?

Die Stützpunktfeuerwehr Frick feiert 2011 ihr 50-jähriges Bestehen. Durchaus möglich, dass sie aber bereits nächstes Jahr ein spezielles Geburtstagsgeschenk in Empfang nehmen kann.

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Feuer

Feuer

Aargauer Zeitung

Der Jubiläumsausgabe der Dorfchronik «Frick - Gestern und Heute» ist zu entnehmen, dass die Stützpunktfeuerwehr alljährlich nach der Endprobe ein Thema aufgreift und dieses auf besondere Art und Weise verarbeitet. Eine Tradition, die auch dieses Jahr nach der Endprobe (vgl. AZ von gestern Montag) nicht gebrochen wurde, präsentierte doch eine spezielle Arbeitsgruppe in der Nacht auf Sonntag nicht nur ihr Projekt eines neuen Fricker Feuerwehr-Tempels, sondern auch gleich die aufgestellten und mit Positionslichtern dekorierten Profile im Bereich des guten alten Velohäuschens am südlichen Dorfeingang.

Mit Blick auf die Kirche

Ein Sprecher der Arbeitsgruppe «Firehouse 2010» erläuterte vor dem praktisch komplett angetretenen Stützpunkt-Team und den Gästen, unter ihnen eine wohl kleine, aber umso hochkarätigere Behördendelegation, den Sinn und Zweck des projektierten 30 Meter breiten und 70 Meter langen Feuerwehrmagazins. Es soll einen Anhänger- und Muldenbereich geben, einen grosszügig gestalteten Kommandoraum, getrennte Duschen für Damen und Herren und natürlich eine grossräumige Fahrzeughalle.

Mit dem gewählten Standort am Gänsackerweg würden die Reklamationen wegen zu lauten Sirenenalarms wie auch die Störung der Proben durch Anwohner wegfallen, wurde betont. Zudem werde von dort aus, gerade auch wegen des projektierten neuen Kreisels, die Autobahn schneller zu erreichen sein. Hinter vorgehaltener Hand wurde aber auch ein weiterer Grund genannt: «Vom neuen Standort aus wird ein ungehinderter Blick auf die Kirche garantiert.»

Heftige Reaktionen

Wie zu erwarten war, löste das präsentierte Projekt «Firehouse 2010» bereits zahlreiche und zum Teil auch heftige Reaktionen aus, zumal die Einweihung laut Initianten bereits am 16. Oktober 2010 über die Bühne gehen soll. Für einen altgedienten Feuerwehrler ist unbestritten: «Klar, was dahintersteckt, das ist nämlich nichts anderes als der erste versteckte Schritt auf dem Weg der geplanten Eingemeindung von Oeschgen.»

Dazu, wie auch zu dem laut Initianten bereits genehmigten Budget, wollte in der Nacht auf Sonntag keines der anwesenden Behördenmitglieder einen Kommentar abgeben, nur so viel: «So kurz vor Mitternacht nehmen wir zu Projekten von solch gewaltigen Dimensionen keine Stellung.»

Dennoch bleibt interessierten Bürgern aber laut Arbeitsgruppe «Firehouse 2010» die Möglichkeit, in der Zeit vom 1. November bis 1. Dezember in der Gemeindekanzlei Frick Einsicht in die Akten zu nehmen, um sich eine eigene Meinung bilden (und allenfalls auch reagieren) zu können. (hot)