Herznach
Wichtiger Schritt in Herznacher Stollen

Der Verein Bergwerk Herznach will den kleinen Teil eines Stollens des ehemaligen Eisenerz-Bergwerks für die Öffentlichkeit zugänglich machen. Vertraglich ist der Weg nun geebnet.

Merken
Drucken
Teilen
Herznacher Stollen

Herznacher Stollen

Aargauer Zeitung

Für die Realisierung des Pro-jekts «Zurück in den Stollen» ist zwischen dem Besitzer des Bergwerkareals in Herznach, Ueli Hohl, und dem Verein Eisen und Bergwerke eine rechtlich saubere Lösung getroffen worden. Nach der Unterzeichnung des Baurechtsvertrags vor zwei Monaten ist nun auch eine entsprechende Nutzungsvereinbarung abgeschlossen worden.

Bergwerk 1937 bis 1967

1937 erfolgte die Betriebsaufnahme des Bergwerks in Herznach. Da in der Schweiz ein geeigneter Hochofen fehlte, wurde das Erz in den ersten Jahren ins Ruhrgebiet exportiert und dort verhüttet. Im Gegenzug erhielt die Schweiz von Deutschland Roheisen und andere Güter. Das in Stollen abgebaute Erz wurde anfänglich mit Lastwagen zum Bahnhof Frick geführt. Im Juni 1942 nahm das Silo mit einem Fassungsvermögen von 1000 Tonnen seinen Betrieb auf. Fortan transportierte eine Seilbahn das im Silo zwischengelagerte Erz zur Verladestation in Frick.
1941 erzielten die 139 Angestellten des Bergwerks mit dem Abbau von rund 212 000 Tonnen Erz die höchste Fördermenge. Die die hohen Gewinnungskosten des Erzes - der Eisengehalt lag lediglich bei 30 Prozent - führten 1967 zur Schliessung des Bergwerks, wo seit 1937 gut 1,6 Millionen Tonnen Erz gefördert wurden. (az)

Der designierte Präsident des Vereins Eisen und Bergwerke, Peter Scheuble, bezeichnete den Abschluss der Nutzungsvereinbarung als «wichtigen Moment». Die Vereinbarung bildet einen integrierten Bestandteil des vor zwei Monaten zwischen Ueli Hohl und dem Verein Eisen und Bergwerke unterzeichneten Baurechtsvertrages.

Damit ist das Projekt «Zurück in den Stollen» auf eine rechtlich saubere Basis gestellt worden. Peter Scheuble dankte allen Beteiligten, insbesondere Ueli Hohl, für sein Entgegenkommen.

Scheuble konnte zudem mitteilen, dass das Projekt für den Ausbau eines Stollen-Teilstücks sowohl mit der Gemeinde als auch mit den kantonalen Stel-len besprochen worden ist: «Wir haben ein gutes Feedback erhalten», sagte Scheuble erfreut. Die Ingenieure arbeiteten jetzt am Detailprojekt, um das definitive Baugesuch schon in Kürze einreichen zu können. Ziel sei es nach wie vor, mit den Bauarbeiten im Januar beginnen zu können.

Einen Posten Schienen erworben

Innerhalb des Vereins Eisen und Bergwerke wird eine neue Projektgruppe geschaffen, die sich konkret mit dem Bahnprojekt befassen wird. Bergwerkbesitzer Ueli Hohl ist es nämlich vor kurzem gelungen, einen grösseren Posten Schienen zu erwerben, was nicht nur die Erneuerung des bestehenden Schienenstrangs, sondern den weiteren Ausbau der Herznacher Stollenbahn ermöglichen wird. (ghi)