Sizilien

Wut auf Baubranche nach Schlammlawine

Schlammlawinen auf Sizilien

Schlammlawinen auf Sizilien

Nach den Erdrutschen auf Sizilien mit über 20 Toten wächst die Wut über fahrlässige Praktiken in der Baubranche. Italiens Staatspräsident Giorgio Napolitano kritisierte den mangelhaften Schutz von Gebäuden und den laschen Umgang mit Baustandards.

Napolitano forderte die Regierung auf, mehr in die Sicherheit des Landes als in "pharaonische Bauwerke" zu investieren. "Pfusch und wildes Bauen" hätten zweifellos zu den schweren Folgen der Unwetter in der Nacht zum Freitag nahe der Hafenstadt Messina beigetragen, kritisierte Italiens Zivilschutzchef Guido Bertolaso.

Solange wild gebaut werde, sei der Kampf gegen Erdrutsche hoffnungslos, mahnten Experten der Umweltschutzverbands Legambiente.

Unterdessen ermittelt die Staatsanwaltschaft in Messina, ob mangelnde Kontrollen und Fahrlässigkeit beim Bau verantwortlich sein könnten. Mit dem Finger wird auch auf die im Bausektor in Sizilien tätige Mafia gezeigt.

Bisher konnten die Helfer der Feuerwehr und des Zivilschutzes mit Suchhunden 23 Leichen aus den Schuttbergen zerstörter Häuser und den Schlammmassen bergen. Etwa 80 Menschen wurden verletzt, Hunderte verloren ihre Unterkünfte. Die Zahl der Opfer dürfte weiter stark ansteigen.

Regierungschef Silvio Berlusconi flog mit einem Hubschrauber über die Gebiete im Nordosten Siziliens, die am stärksten betroffen waren. Er sagte den Bewohnern der betroffenen Gebiete zu, sie von Steuern und der Rückzahlung von Krediten zu befreien. Ausserdem versprach er, die Gegend wieder aufzubauen.

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