Laut der Lotteriefonds-Verwalterin Heidi Scholer erhält das Baselbiet bereits heute etwa zwei Drittel des Lotteriefonds-Geldes. Scholer argumentiert, dass vom gesamten Lotteriegewinn 22 Prozent dem Sportfonds zukommen, der die Mittel grösstenteils im Baselbiet einsetzt. Die übrigen 78 Prozent gehen an den Lotteriefonds - etwa zehn Millionen Franken.

Davon sind rund 1,5 Millionen Franken für die Entwicklungszusammenarbeit bestimmt. Bleiben noch gut acht Millionen Franken übrig. Davon geht im Durchschnitt die Hälfte an Projekte, die im Baselbiet angesiedelt sind: Sitz des Vereins und Ort der Durchführung liegen vollständig im Baselbiet. Und der Rest wird für Projekte gesprochen, die ausserhalb des Kantons stattfinden, aber von denen die Baselbieter Bevölkerung profitiert. «Mit dem Anteil für Breitensport und ohne die 1,5 Millionen Franken für Entwicklungszusammenarbeit bleiben schon heute zwei Drittel des Geldes im Baselbiet», sagt Scholer.

«Bei vielen Grossveranstaltungen in Basel, etwa dem ‹Wildwuchs›- oder dem Jugendkultur-Festival wirkten bis zu zwei Drittel Gruppen und Institutionen aus dem Baselbiet mit», sagt Scholer. Müssten dort Beiträge gestrichen werden, würde man den Mitwirkenden eine wichtige Plattform wegnehmen. Die Events könnten nicht in der heutigen Form durchgeführt werden, was zu einer «kulturellen Verarmung» führen könnte.

Bei der Vergabe der Lotteriefonds-Gelder sorgen einige Posten gelegentlich für Irritation, etwa die 1,5 Millionen für Entwicklungszusammenarbeit. Die heutige Form der Entwicklungszusammenarbeit wurde vom Parlament im Vorfeld der 700-Jahr-Feier der Eidgenossenschaft angeregt, betonen Scholer und Pegoraro.

Oder: Weshalb zahlt das Baselbiet 100 000 Franken für die Sanierung des SAC-Grathauses Moron im Berner Jura? «Das Haus wird von der SAC-Sektion Angenstein betreut. Zwei Drittel der Mitglieder leben im Baselbiet, und hier hat der Verein auch seinen Sitz», erklärt Heidi Scholer. (bru)