Die Aussicht aus den 195 Wohnungen des Turms wird eher ungewöhnlich sein: Neben dem Blick auf den Genfersee und den Mont-Blanc werden die künftigen Bewohner Bäume und Sträucher sehen. Auf sechs der 35 Etagen sollen Büros entstehen, auf den anderen sind Wohnungen geplant. Insgesamt können rund 400 Menschen im Hochhaus wohnen.

Auf dem Dach des Turms ist zudem ein Restaurant geplant. Mit diesem Entwurf hat das Architekturbüro von Stefano Boeri aus Mailand den Architekturwettbewerb gewonnen und sich dabei sogar gegen seinen berühmten Tessiner Berufskollegen Mario Botta durchgesetzt.

"Dieser Turm ist aussergewöhnlich, in dem er neu überdenkt, wie man in Hochhäusern wohnt", sagte am Dienstag der Präsident der Jury, Claude Daetwyler, der Nachrichtenagentur sda.

Über 100 Meter über dem Boden Vegetation und Biodiversität zu pflegen, sei avantgardistisch und extrem gewagt, aber keine Utopie. Die Eichen, Ahornbäume und Zedern sollen mehrere Meter hoch wachsen und auf Terrassen in der verschachtelten Fassade gepflanzt werden.

Weniger hoch als ursprünglich geplant

Hinter dem Bauprojekt stehen die Bauunternehmer Bernard Nicod und Avni Orlatti. Sie werden 200 Millionen Franken in das Hochhaus investieren. Der Baubeginn ist für Ende 2016 oder Anfang 2017 geplant.

Der Quartierplan mitsamt dem 117 Meter hohen Hochhaus wurde bereits bei einer kommunalen Abstimmung am 9. Februar 2014 angenommen. Nach Protesten von Gegnern hatten die Initianten die Höhe des Turms im Vorfeld der Abstimmung von 140 auf 117 Meter reduziert.

An das höchste Gebäude der Schweiz, mit 178 Meter Höhe der Roche-Turm in Basel, kommt der Turm in der Lausanner Agglommeration nicht heran. Das zweithöchste Gebäude ist der Zürcher Prime Tower mit 126 Meter Höhe.