Die Parade mit Winzern, Schauspielern, Musikern, Sennen in bunten Kostümen sowie die zahlreichen Kühe und Ziegen sorgten für einen farbenfrohen Auftakt des Winzerfests. Während das Publikum auf der Suche nach Schattenplätzen war, führten Basler Trommler und Pfeifer die Prozession an, gefolgt von Hundertschweizern mit ihren Hellebarden.

Glockengeläute

Fahnenträger mit allen Kantonswappen marschierten vor den Mitgliedern der Winzerbruderschaft - der Confrérie des Vignerons. Rund 6000 Menschen waren am Umzug beteiligt.

Die Confrérie des Vignerons ist Organisatorin des gigantischen Volksfests, das nur alle 20 bis 25 Jahre stattfindet, einmal pro Generation. Die bislang letzte Ausgabe des Winzerfests war 1999.

«Das Fest läuft eigentlich schon seit ein paar Tagen. Aber heute findet tatsächlich die Eröffnung statt» hatte François Margot, Präsident der Winzerbruderschaft, zuvor an der Medienkonferenz zu Eröffnung der Fête des Vignerons gesagt.

Traditionell läuteten am frühen Nachmittag die Kirchenglocken von Lausanne über Châtel-Saint-Denis FR bis nach Lavey VD, um die Bevölkerung im Winzergebiet auf das Fest aufmerksam zu machen.

Insgesamt rechnen die Organisatoren 2019 mit einer Million Besucher - doppelt so viele wie 1999. OK-Präsident Frédéric Hohl erinnerte vor den Medien daran, dass das Festival 160'000 Quadratmeter öffentlichen Raumes umfasse, je einen Kilometer links und rechts der Arena. 60 temporäre Restaurants stünden den Besuchern zur Verfügung. «Wir wollen nicht, dass die Leute gleich nach der Show nach Hause gehen», sagte er.

Krönung der besten Winzer

Am Abend wollte in der der 20'000 Zuschauer fassenden Arena die erste von insgesamt 20 Vorstellungen über die Bühne gehen. Höhepunkt der Aufführung ist eine Zeremonie, die nur einmal während des Festivals stattfindet: die Krönung der Winzer. Die besten Weinbauern werden geehrt, nachdem ihre Arbeit von der Bruderschaft der Winzer bewertet worden ist.

Die vom berühmten Tessiner Regisseur Daniele Finzi Pasca konzipierte Freilichtvorführung dauert 2 Stunden und 45 Minuten. Sie handelt von einem Dialog zwischen einem kleinen Mädchen namens Julie und seinem Grossvater, der es in die Traditionen und Arbeiten am Weinberg einführt. Etwa 6000 Schauspieler, Statisten, Sänger und Musiker sind am Spektakel beteiligt.

Bislang wurden 80 Prozent der Tickets verkauft. Die letzte Vorstellung findet am 11. August statt.

Wurzeln im 17. Jahrhundert

Die Wurzeln der Fête des Vignerons reichen bis ins 17. Jahrhundert zurück. Es ist die erste lebendige Schweizer Tradition, die von der Unesco als Weltkulturerbe anerkannt wurde.

Im Laufe der Jahrzehnte hat sich das regionale Fest der Winzer vom Lavaux zu einem Anlass der Superlative entwickelt. Das Budget für die Veranstaltung beträgt rund 100 Millionen Franken.

Der Winzerkönig heisst Jean-Daniel Berthet:

Der Winzerkönig heisst Jean-Daniel Berthet