Mit jeweils bis zu 2,5 Millionen Euro können etablierte Forschende dank eines ERC Advanced Grants ihre mutigsten Ideen verfolgen. Der ERC fördert in der aktuellen Ausschreibungsrunde 222 Forschende in Europa mit insgesamt 540 Millionen Euro. 18 der Wissenschaftler - diesmal keine Wissenschaftlerin - arbeiten an Schweizer Institutionen.

Besonders erfolgreich waren Forscher der ETH Zürich mit ihrer Bewerbung: Fünf der Stipendien gehen an ETH-Professoren, beworben hatten sich 18. Die Erfolgsquote liegt mit über 25 Prozent damit deutlich über dem Durchschnitt von 11 Prozent.

Mehrere weitere Stipendien gingen an Forscher in der Schweiz, je drei an Wissenschaftler der Universitäten Zürich und Genf, sowie an die ETH Lausanne, zwei an die Uni Basel und je ein Grant an die Universitäten Lausanne und Freiburg.

Breite Palette an Themen

Die geplanten Forschungsprojekte der Schweizer Wissenschaftler reichen von Neurowissenschaften, über Astronomie und Medizin bis hin zu Städteplanung. In einem der Projekte an der ETH Zürich, geleitet von Dirk Helbing, geht es beispielsweise darum, wie Städte in Zukunft organisiert und die Einwohner dabei eingebunden werden können.

An der Uni Zürich untersucht Konrad Schmid mit seinem Team, wie die Vorstellung von Gott als Gesetzgeber in Judentum, Christentum und Islam entstanden ist. An der EPFL will ein Forschungsteam um Douglas Hanahan ergründen, warum manche Tumore gegen Immuntherapien resistent sind, an der Uni Basel beleuchtet Alex Schier mit seinen Mitarbeitenden, wie sich Zellen spezialisieren, um ihre vielfältigen Aufgaben zu übernehmen.

Rund 2000 neue Stellen

Die "Advanced Grants" sind ebenso wie die "Starting Grants" und die "Consolidator Grants" wichtige Fördermittel für Forschende im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms "Horizon 2020". Die im Rahmen der diesjährigen Advanced Grants ausgeschütteten Gelder dürften rund 2000 Jobs erzeugen, schrieb der ERC in einer Mitteilung.

Besonders erfolgreich bei den Ausschreibungen ist insbesondere auch Grossbritannien: In der aktuellen Runde der "Advanced Grants" erhielten 47 britische Forschende das begehrte Stipendium - mehr als in jedem anderen europäischen Land. Der Brexit stellt die weitere Teilnahme Grossbritanniens an "Horizon 2020" allerdings in Frage, ebenso am Nachfolgeprogramm "Horizon Europe" ab 2021. Auch in welchem Umfang sich die Schweiz an letzterem beteiligen kann, ist noch nicht abschliessend geklärt.