1. Was ist Bitcoin überhaupt?

Bitcoin ist die erste und derzeit bekannteste Kryptowährung. Anders als Franken oder Dollar existieren die Münzen nur digital und werden meist über das Internet gehandelt. Sie basieren auf der Blockchain-Technologie und können deshalb einfach und billig an Personen auf der ganzen Welt versendet werden, ohne dass eine Bank oder eine andere zentrale Organisation involviert ist. Bekanntheit erlangte die Währung dieses Jahr vor allem wegen ihres rasanten Kursanstiegs von weniger als 1000 auf zwischenzeitlich über 20 000 Franken.

2. Wer hat den Bitcoin erfunden?

Das weiss niemand. Ein erstes theoretisches Konzept der Bitcoin-Technologie wurde 2008 unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoko veröffentlicht. Dabei könnte es sich sowohl um eine einzelne Person als auch um eine Gruppe handeln. Nachdem Nakamoko über Jahre aktiv am Bitcoin-Protokoll mitgearbeitet hatte, verschwand er 2011 spurlos. Wer hinter dem Pseudonym steckt, das hat man trotz intensiver Recherche noch immer nicht herausgefunden. Fest steht jedoch, dass der Bitcoin-Gründer mindestenssieben Prozent aller Bitcoins besitzt, was einem Gesamtvermögen von fast 20 Milliarden Dollar entspricht.

3. Wie funktioniert die Blockchain-Technologie?

Die Blockchain ist vergleichbar mit einer gigantisch grossen Excel- Tabelle. Darin werden alle Transaktionen eingetragen, die je in einem Netzwerk gemacht wurden. So lässt sich einfach und zweifelsfrei prüfen, wer wie viele Coins besitzt. Aber statt dieses Transaktionsverzeichnis auf einem einzelnen Computer abzuspeichern, wo es leicht gehackt und manipuliert werden kann, verteilt man es dezentral auf Tausende von Rechnern. Weil das ganze Dokument zusätzlich noch kryptografisch verschlüsselt ist, gilt die Blockchain als äusserst sicher.

4. Was gibt der Blockchain ihren Namen?

Damit die Datenbank nicht unübersichtlich wird, werden Transaktionen nicht sofort einzeln eingetra- gen, sondern erst nach einer gewissen Zeit. Diese Datenblöcke, welche bei der Bitcoin-Blockchain alle zehn Minuten generiert werden und meist rund 2000 Transaktionen umfassen, geben der Technologie ihren Namen.

5. Und was ist dieses «Mining»?

Es ist der rechnerintensive Prozess, mit dem erörtert wird, welcher Computer den neuen Datenblock in die Blockchain eintragen darf. Mittlerweile gibt es jedoch auch andere Methoden, um einen solchen Konsens zwischen den einzelnen Rechnern zu erreichen.

6. Welche Kryptowährungen gibt es sonst noch?

Weil das Lancieren einer neuen Währung sehr einfach ist, gibt es mittlerweile Tausende verschiedene Plattformen. Dabei werden längst nicht mehr nur digitale Münzen in der Blockchain gespeichert: Ethereum ist die zweitbekannteste Kryptotechnologie und soll zum Be- triebssystem für Blockchain-Anwendungen werden. Die Finanzbranche interessiert sich für Ripple – eine private Blockchain, welche Banken untereinander vernetzen soll. Dazu kommen Währungen wie Litecoin, Dash und Monero, welche ähnlich wie der Bitcoin zum Zahlungsmittel werden wollen.

7. Was sind die aktuellen Probleme der Technologie?

Die Plattformen und Protokolle befinden sich nach wie vor im Aufbau. Ein grosses Problem ist die limitierte Anzahl der Transaktionen, welche eine Blockchain verarbeiten kann. Dadurch ist beispielsweise das Senden von Bitcoins mittlerweile ziemlich teuer und zeitintensiv geworden. Auch mit der Privatsphäre gibt es Probleme: Weil die Blockchain öffentlich ist, sind auch alle darin gespeicherten Transaktionen einsehbar. Zudem benötigt man derzeit noch eine zentrale Plattform, um sein digitales Geld von der einen in eine andere Währung zu tauschen. All das soll sich aber bald ändern.

8. Wie wichtig sind diese Kryptowährungen tatsächlich?

Enthusiasten sind davon überzeugt, dass die Technologie ähnlich revolutionär ist wie das Internet. In der Finanzwelt werden Blockchains definitiv eine wichtige Rolle einnehmen. Ob das aber auch in unserem Alltag der Fall sein wird, muss sich erst noch zeigen.