Bundesanwaltschaft

Angeklagter Imam predigt weiterhin in Schweizer Moscheen

Muslime beten während dem Freitagsgebet in der Moschee in Langenthal (Symbolbild, Archiv)

Muslime beten während dem Freitagsgebet in der Moschee. (Symbolbild, Archiv)

Muslime beten während dem Freitagsgebet in der Moschee in Langenthal (Symbolbild, Archiv)

Die Bundesanwaltschaft wirft vier Männern aus dem Irak vor, einen terroristischen Anschlag geplant zu haben. Drei von ihnen sind inhaftiert. Der vierte ist auf freiem Fuss und predigt in verschiedenen Schweizer Moscheen.

Den vier Irakern wird die «Beteiligung bzw. Unterstützung einer kriminellen Organisation» vorgeworfen, wie das SRF-Nachrichtenmagazin «10vor10» in seiner Ausgabe vom Donnerstag berichtet. Sie werden unter anderem beschuldigt, einen terroristischen Anschlag vorbereitet zu haben.

Drei der Männer sind inhaftiert. Der vierte Beschuldigte befindet sich auf freiem Fuss. Die Sendung beruft sich auf die Anklageschrift der Bundesanwaltschaft. Darin heissst es, dass der Mann «eine Vielzahl an Reden verfasste, die den extremen Salafismus und den Islamischen Staat als Endziel propagierten, den Kampf gegen Andersdenkende und Ungläubige befürworteten und die westliche Gesellschaft degradierten und diese Reden in den Moscheen von Zürich und Luzern hielt.»

Funkgeräte für den IS

Der 34-Jährige sei laut Anklageschrift «in den Islamischen Staat im Irak verliebt und sehe sich als einer seiner Soldaten». 2012 soll er nach Syrien gereist sein und dem IS moderne Funkgeräte übergeben haben. Laut «10vor10» soll er früher auch in einer Winterthurer Moschee als Imam tätig gewesen sein. Derzeit predige er in Kriens und in St. Gallen.

Der Beschuldigte bestreitet gegenüber «10vor10», jemals in Syrien gewesen zu sein. «Betreffend den sichergestellten handschriftlichen Reden muss festgehalten werden, dass nur 2 einzelne, aus dem Zusammenhang gerissene Textausschnitte übersetzt wurden. Von diesen isolierten Aussagen auf einen allgemein extremistischen Inhalt der Reden zu schliessen, welche – zumindest teilweise – gar nie in der Öffentlichkeit vorgetragen wurden, ist sicherlich nicht angemessen.», lässt er über seinen Anwalt ausrichten. (nch)

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