Prozess

Berufung abgelehnt – Pädophiler muss mindestens acht Jahre hinter Gitter

Aufgrund eines hohen Rückfallrisikos setzte das Gericht für den Pädophilen zusätzlich nach dem Strafvollzug eine Verwahrung fest. (Symbolbild)

Aufgrund eines hohen Rückfallrisikos setzte das Gericht für den Pädophilen zusätzlich nach dem Strafvollzug eine Verwahrung fest. (Symbolbild)

Das Zürcher Obergericht hat einen Pädophilen, der in der Region Winterthur drei 6-jährige Mädchen mit Süssigkeiten in sein Auto gelockt hat, zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren verurteilt und mit einer kleinen Verwahrung belegt.

Das Zürcher Obergericht hat einen Pädophilen, der in der Region Winterthur drei 6-jährige Mädchen mit Süssigkeiten in sein Auto gelockt hat, zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren verurteilt und mit einer kleinen Verwahrung belegt. Es bestätigte damit weitgehend das Urteil der ersten Instanz.

Das Bezirksgericht Pfäffikon hatte den Mann im August 2014 wegen sexueller Handlungen mit Kindern, mehrfacher sexueller Nötigungen, Freiheitsberaubung, Entführung und weiterer Delikte zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren verurteilt.

Aufgrund eines hohen Rückfallrisikos setzte das Gericht zusätzlich nach dem Strafvollzug eine Verwahrung fest. Die Verteidigung legte dagegen Berufung ein. Das Zürcher Obergericht bestätigte nun am Donnerstag das Urteil aus Pfäffikon weitgehend. Nur bei der Massnahme wichen die Oberrichter in einem Mehrheitsentscheid von der ersten Instanz ab.

Kleine Verwahrung

So verzichteten sie auf die Verwahrung und setzten stattdessen eine stationäre Psychotherapie fest. Allerdings bedeute die "kleine Verwahrung" nur eine Nuance zum Pfäffiker Entscheid, erklärte der Gerichtsvorsitzende Peter Marti bei der mündlichen Urteilseröffnung.

So werde die Therapie in einer sicheren Unterbringung mindestens fünf Jahre dauern. Bei einer ambulanten Massnahme wäre der Beschuldigte bereits nach zwei Jahren und sieben Monaten wieder entlassen worden, rechnete Marti vor. Zudem könne der Beschuldigte jetzt nur bei einer Heilung mit seiner Entlassung rechnen.

Würden die Psychiater einen Erfolg verneinen, müsste er fünf weitere Jahre absitzen. Bei einem weiteren Misserfolg nochmals fünf Jahre. Der Beschuldigt werde wohl für längere Zeit hinter Gitter bleiben, sagte Marti.

Einem der geschädigten Mädchen wurde zudem nachträglich ein Schmerzensgeld von 20'000 Franken zugesprochen. Das Opfer hatte sich erst nach dem erstinstanzlichen Urteil als Geschädigte gemeldet und befindet sich heute in einer Therapie.

Mit Süssigkeiten Kinder angelockt

Der Mann fuhr jeweils mit seinem Auto vor Kinderhorten oder Schulhäusern vor, wo er kleine Mädchen ansprach und mit Süssigkeiten in seinen Personenwagen zu locken versuchte. In drei Fällen missbrauchte er die Opfer sexuell.

Die Anklageschrift listete fünf weitere Versuche des Täters auf. In diesen Fällen rannten die meist älteren Mädchen vor dem Beschuldigten davon. "Das Vorgehen des Beschuldigten war geplant, gezielt und hinterlistig", erklärte Marti bei der Urteilseröffnung.

Die Polizei konnte den Täter am 30. Januar 2013 festnehmen und dank DNA-Spuren überführen. Die Ermittlungen ergaben, dass der gefasste Mann bereits in Deutschland drei Mädchen sexuell missbraucht hatte. Dafür war er 2005 zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und zehn Monaten verurteilt worden. Nach der Haftverbüssung wurde er nach Italien abgeschoben. Kurz darauf liess er sich in der Schweiz nieder.

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